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Deja-vu am Müllersteich: Wie vor rund einem Jahr schaltete der RSV Germania 03 als Gast von DJK/SSG Darmstadt nach einer enttäuschenden ersten Hälfte im zweiten Durchgang ein paar Gänge hoch und verbuchte durch einen zur Halbzeit unrealistisch eingeschätzten 9:1-Kantersieg den höchsten Punktspieldreier seit eineinhalb Jahren (seinerzeit 9:0 in der B-Klasse gegen Gräfenhausen).

 

Es war schon frappierend, wie sich die Eindrücke der kickenden Einsätze vor den Toren Kranichsteins ähnelten. In der Vorsaison beklagte der Rasensportverein beim damals wie heuer krassen Außenseiter sogar einen 1:4-Pausenrückstand und triumphierte am Ende doch noch 7:5. Auch am vierten Kreisliga A – Spieltag der aktuellen Runde bekleckerte sich das blau-weiße Team vor dem Seitenwechsel nicht mit Ruhm. Diesmal führte der angereiste Favorit zwar 1:0, doch die Performance musste - vornehm ausgedrückt – als überschaubar analysiert werden. Die DJK schnupperte trotz ihrem Dauerabonnement der roten Klassenlaterne gar am überraschenden Ausgleich, ehe durch die Aktivierung von zwei frischen Kräften plus dem konditionellen „Kollaps“ des Platzhirsches im finalen Abschnitt alle Dämme brachen und die Germania ein echtes Scheibenschießen veranstaltete.

 

Trainer Erik Appel musste am sonnenüberfluteten Müllersteich neben den Langzeitverletzten auf das Mittelfeldmotortandem Ylitalo/Kollbacher verzichten und nominierte gegenüber dem 2:2 unter der Woche gegen Modau gleich vier neue Akteure für die Startelf. Das Match schien seinen erwarteten Lauf zu nehmen, als Sven Muth nach einem von Goalmann Patrick Müller unzureichend abgewehrten Schuss Choynowskis zur Stelle war und zur frühen Führung einschweißte.

 

Damit hatte Muth allerdings zunächst einmal sein Pulver verschossen, denn in der Folge entwickelte sich zwischen dem RSV-Stürmer und dem DJK-Keeper ein kleines Privatduell, das Müller mit Glück und Geschick stets für sich entschied. Der befreiende zweite Treffer wollte nicht fallen und so stemmte sich der technisch klar unterlegene Hausherr mit dem Mute der Verzweiflung gegen sein prinzipiell schon gewohntes Ungemach.

 

Erik Appel musste einige Male eingreifen, um den in dieser Phase durchaus möglichen Ausgleich zu verhindern. Nach seinen Rettungstaten richtete der Spielertrainer während der Pause ein paar deutliche Worte an die Adresse seiner Schützlinge und beorderte Patrick Dommert sowie Marc Perchner auf den satten Kunstrasen. Diese Maßnahme zahlte sich schnell aus. Perchner wirbelte sofort die jetzt immer mehr überforderte DJK-Abwehrriege durcheinander und legte für den mühelos abschließenden Muth zum 0:2 auf.

 

Spätestens nach dem 0:3 von Gordon Choynowski (erneut leistete Perchner eine glänzende Vorarbeit) tauchte die Darmstädter Widerstandsfähigkeit vollends im nahen Müllersteich ab. Nun rappelte und schepperte es unbarmherzig im gastgebenden Karton. Bis zum Showdown hatten sich die in der zweiten Halbzeit weidlich austobenden Offensivkünstler Choynowski, Muth und Perchner die Vermeldung von „alle Neune“ brüderlich geteilt (je drei Tore). Dass die DJK auch eine Bude zum Schützenfest beisteuern durfte („Ergebniskosmetik“ zum 1:7), war auf der einen Seite natürlich ärgerlich (weil die „Null“ wieder nicht stand), doch den Verdienst des Ehrentreffers wollte aufgrund des Tabellenschlusslicht-Engagements niemand anzweifeln. 

 

DJK: Müller, Panko, Tahir, Schmeller, Tefounou, Güven, Bouthiba, Faruqui, Korn, Bairi, Kaddouri

RSV: Appel, Ramm Doman, Prediger (83. Platonov), Geppert, Saric, Boudouhi, Zemelka, Neziraj (46. Dommert), Siddiqi (46. Perchner), Choynowski, Muth,

Tore: 0:1, 0:2 Muth 7., 48. 0:3 Choynowski 62. 0:4, 0:5 Perchner 68., 77. 0:6, 0:7 Choynowski 83., 85. 1:7 Korn 86. 1:8 Muth 88. 1:9 Perchner 90.

Schiedsrichter: Hörr aus Reichelsheim

Gelbe Karten : Boudouhi, Ramm Doman, Saric

 

Mit sieben Zählern aus vier Begegnungen rückte der RSV auf den fünften Rang vor und weist vor den letzten beiden Prüfungen der doppelten englischen Woche die erfolgreichste Offensivstatistik aus (17 Einlochungen). Das germanische 1-B-Team ließ am Sonntag durch ein 1:1 bei SKG Roßdorf II die ersten Saisonfedern, bleibt aber ungeschlagen der Kreisliga C – Spitzengruppe erhalten.

Für die Mannschaft von Erik Appel ist die Regenerationsphase vor dem nächsten Wochenspiel extrem kurz. Nur rund fünfzig Stunden nach dem Kehraus am Müllersteich ertönt bereits am Dienstagabend (22.09.) der Anpfiff (19Uhr30) auf dem Sportplatz am „roten Berg“ in Traisa. Bei der dort beheimateten zweiten Mannschaft des Kreisoberligisten wartet auf den Rasensportverein das vierte Ligamatch binnen zehn Tagen (!!), ehe der substanziell alle Kraftreserven erfordernde Septembermarathon am nächsten Sonntag (27.09.) mit dem Derbyhighlight gegen die Freie Turngemeinde abgerundet wird.