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Nach dem 3:0 bzw. 3:1 in der Vorsaison inszenierten sowohl Regisseur als auch Drehbuchautor die neueste Version des Kreisliga A - Lokalfights zwischen den Blau-Weißen aus dem Osten und den Rot-Weißen aus dem Süden erneut mit einem Happyend für den Rasensportverein. Ein Doppelschlag von Patrick Dommert, der seine ersten beiden Pflichtspielbuden im Germania-Trikot erzielte, entschied am Sonntagmittag das spannende und emotionale Derbyduell zu Gunsten des Hausherren.

 

Beide Mannschaften marschierten unter ähnlich negativen Begleitumständen in den innerstädtischen Kickvergleich. Hier wie da schluckte man unter der Woche bittere Ergebnispillen (RSV 3:5 in Traisa sowie FTG 0:4 in Modau) und beklagte eine dezimierte Personaldecke (hüben und drüben mehrere Langzeitverletzte). Die Voraussetzungen waren also ungefähr pari, zumal vor dem sportlichen Nachbarschaftsmeeting auch die aktuelle Zwischenbilanz identische Werte aufwies.

 

Dass die Germania am Ende die Nase vorne hatte, ist der größeren Offensivqualität geschuldet. Der finale Score, den der weitgehend umsichtig leitende Referee Subramaniam (Bensheimer mit Wurzeln in Sri Lanka) auf dem Spielberichtsbogen eintrug, ging beim Ziehen des Gesamtresümees in Ordnung, auch wenn die Freien Turner nach dem 0:2-Halbzeitrückstand zu Beginn der zweiten Hälfte eine kräftige Brise Wendeluft inhalierten und drauf und dran waren, das umkämpfte Match zu drehen. Die von Dommert relativ rasch abgeschickte Antwort nach dem 2:2-Ausgleich entpuppte sich als wesentlicher Faktor, dass die RSV-Kolonne nach dem Kehraus den altbekannten Gassenhauer „Derbysieger, hey, hey“ lautstark skandieren durfte.

 

Die Derbykiebitze rund um den Kunstrasen des altehrwürdigen Kickgeländes an der Ostendstraße sahen zu Beginn einen forschen Gast, der die ersten beiden guten Chancen für sich beanspruchte. Kevin Knauer zielte knapp über den Kasten und Marius Sperber fand beim Vollstreckungsversuch per Pike in Erik Appel seinen Meister. Erst peu á peu riss Blau-Weiß das Initiativenplus an sein Revers und arbeitete fleißig an den ersten eigenen Torannäherungen.

 

In der 28. Minute schlug es schließlich im Gehäuse von FTG-Keeper Maik Schmidt ein. Die Germania benötigt hierfür lediglich drei Stationen: Goalie Appel warf den Ball zu Santo Ylitalo, dieser aktivierte sein scharfes finnisches Auge für den im freien Raum los sprintenden Gordon Choynowski und schwups lag das Ei im Nest. Das 1:0 bugsierte reichlich Selbstvertrauen in die gastgebenden Reihen. Eine der sich in dieser Phase summierenden Gelegenheiten veredelte in Folge eines rot-weißen Abwehrpatzers Ylitalo mit einem perfekt getimten Schlenzer in die Maschen.

 

Ob der 2:0-Halbzeitvorsprung die Germanen gedanklich zu früh in Sicherheit wiegte? Auf jeden Fall verschlief der Platzhirsch den Prolog des zweiten Abschnitts völlig. Ein unglückliches Eigentor von Ramm Doman und ein unhaltbarer Linksschuss von Toni Sabatino transportierten die Freie Turngemeinde zurück ins Derbygeschäft. In dieser Phase war ein vollständiges Kippen der Begegnung durchaus möglich, bis Patrick Dommert entschlossen die Sechzehnerlinie ablief und die Kugel überlegt ins entgegen gesetzte Eck platzierte.

 

Der wiederholte Dämpfer hemmte selbstredend die FTG-Aufholbemühungen. Zwar steckte der Gast nie auf, doch im Vorwärtsgang war man gegen die nun konsequent aufpassenden Defensivprotagonisten der Germania meist mit dem Latein am Ende. In der Nachspielzeit schraubte Dommert nach rigoroser Balleroberung und herrlichem Abschluss exakt unter das Tordach den Deckel auf den heimischen Derbytriumph.

 

RSV: Appel, Saric, Ramm Doman, Platonow, Boudouhi, Kollbacher, Dommert (90. + 3 Babaei), Ylitalo (71. Neziraj), Choynowski, Muth, Perchner (90. Siddiqi)

FTG: Schmidt, Feick, Breiner, Schmeichel, Larkowitsch (72. Merschroth), Seitz (74. Volk), Saadan, Heil, Sabatino, Sperber, Knauer (70. Rizvanovic)

Tore: 1:0 Choynowski 28. 2:0 Ylitalo 38. 2:1 Eigentor Ramm Doman 48. 2:2 Sabatino 56. 3:2, 4:2 Dommert 61., 90. + 2

Schiedsrichter: Yohendran Subramaniam aus Bensheim

Gelbe Karten: Boudouhi, Ylitalo / Breiner, Schmeichel, Sperber, Knauer

 

Damit rehabilitierte sich die Germania für den am Dienstag in Traisa erlittenen Rückschlag, kletterte auf den sechsten Tabellenrang hoch und verfügt über die beste Einschweißquote der gesamten Klasse (24 Treffer in sechs Spielen), während die FTG ihre dritte Niederlage en block quittieren musste und beim Ranglistenstudium jetzt auf der neunten Stufe positioniert ist. Das zuvor ausgetragene „Vorspielderby“ entwickelte noch eine umgekehrte Gefühlslage. Im Kreisliga C - Duell zweier bis dato unbezwungener Lokalrivalen behaupteten sich die Freien Turner mit 6:3 und fügten der RSV-„1-B“ die erste Saisonniederlage zu. 

 

TV-Highlights vom Kreisliga A – Derby

TV Highlights vom Kreisliga C – Derby

Bilder vom Kreisliga A – Derby

Bilder vom Kreisliga C – Derby

 

Nach dem die englischen Wochen abschließenden Derbyshowdown können die geschlauchten Germanen ein klein wenig durchpusten. Der nahende Oktober bietet zumindest im Ligabetrieb wieder den altgewohnten Rhythmus an. Am nächsten Sonntag (04.10., Anstoß 15Uhr30) gastiert das Team von Erik Appel in Darmstadt bei den stark gestarteten 46ern. Nach vier Auftaktpartien ohne Niederlage musste die TSG erst jüngst bei den heißen Aufstiegskandidaten in Wixhausen (0:3) und in Schneppenhausen (0:1) ihre anfängliche Erfolgsserie reißen lassen. In den letzten drei Vergleichen gegen die 46er konnte der Rasensportverein keinen Sieg mehr erringen (ein Remis, zwei Pleiten). Die einzige Beute während diesem Zeitfenster resultierte im Mai 2018 aus einem 2:2 in der SGD Arena. Den Last Minute – Ausgleich markierte damals der mitstürmende Torwart Rene Grosch. Die Daumen sind ergo gedrückt, dass am Woog der Groschen mal wieder in die germanische Richtung fällt.

 

Drei Stunden zuvor (also 12Uhr30) tritt die Kreisliga C-Auswahl des RSV zum nächsten Derby bei ihrem „Vornamensvetter“ respektive Zweitmannschaftskollegen in Eberstadt an.