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Der RSV Germania 03 hat am siebten Kreisliga A – Spieltag erstmals seit viereinhalb Jahren wieder die komplette Punktebeute gegen TSG 46 Darmstadt erobert. Die exakte Wiederholung des damaligen Positivergebnisses (2:1) bescherte den Mannen von Coach Erik Appel Sieg Nummer Zwei en block.

 

Am Woog löste der Rasensportverein die erwartet schwere Aufgabe mit der Entführung des bestmöglichen Renditenquantums. Schließlich waren die Hausherren bis dato noch von saisonalen Heimniederlagen gefeit und wollten ihre Serie unbedingt verlängern. Dieser Plan schien auch zu gelingen, als die 46er Mitte der zweiten Hälfte die germanische Halbzeitführung egalisierten. Doch nur vier Minuten nach dem Dämpfer machte Gordon Choynowski der TSG einen dicken Strich durch die Rechnung und sicherte seinen Farben die Rundenpunkte Elf bis Dreizehn.

 

Mit dem Rückenwind des eine Woche zuvor gefeierten Lokaltriumphs wandte Erik Appel den altbekannten Fußballslogan „Never change a winning Team“ an und schickte die siegreiche „Derbyanfangsformation“ auf das Kunstrasengrün in der Darmstädter Innenstadt. Damit seine Schützlinge für eine ertragreiche Aufstockung des Saisonkontos nicht gleich im Dunkeln tappten, sorgte der zwischen den Pfosten wirkende Übungsleiter selbst, indem er in der sechsten Minute einen Kopfball von Alexander Voglis reflexartig über die Latte boxte.

 

Wenig später wurde die „Erfolgsoffensive“ unfreiwillig gesprengt. Marc Perchner musste viel früher wie angedacht angeschlagen seinem kickenden Arbeitsstag Feierabend gebieten. Diese personelle Schwächung wurde jedoch im Kollektiv kompensiert. Trotz kleinen Wacklern stand die im bisherigen Spielzeitverlauf nicht immer stattelfeste Defensivsparte kompakt und gestattete dem gastgebenden Offensivdrang wenig bis keine Entfaltungsmöglichkeiten.  

 

Auf der anderen Seite profitierte der RSV von einem Patzer des TSG-Keepers, der einen hohen Ball in den Fünfmeterraum falsch berechnete, so dass Patrick Dommert zum blau-weißen Pausenvorsprung einköpfen durfte und seinen in der Vorwoche begonnenen Einnetzhöhenflug produktiv fortsetzte. Bis zum Seitenwechsel war die Germania daraufhin klar Chef im Ring und hätte das Guthaben durchaus vergrößern können.

 

Auch zum Prolog des zweiten Durchgangs verpasste die Gästelf in Person von Choynowski (zielte knapp am langen Pfosten vorbei) das 2:0, ehe der Zitteraal den kleinen, aber feinen Germanen-Anhang quälte. Vorne wurde die Vorentscheidung liegen gelassen und hinten brachte die Bastion kleine Risse zum Vorschein. Appel reagierte und schickte den lange verletzten Dominik Winkel ins Woog-Gefecht (Punktspielcomeback nach vierzehn Monaten unfreiwilliger Abstinenz!).  

 

Dessen Integration funktionierte auch vorzüglich. Dennoch fing sich der Rasensportverein nach einem simplen weiten Abschlag den Ausgleich durch TSG-Joker Idris Abubeker ein. Nun galt es Farbe zu bekennen: Entweder einen ähnlichen Einbruch wie vor anderthalb Wochen in Traisa erleiden oder kompromisslos respektive willensstark zu antworten. Das germanische Ensemble wählte die letztere und natürlich viel erfreulichere Variante. Lediglich vier Minuten nach dem 1:1 aktivierte Gordon Choynowski an der Strafraumkante seine linke Klebe und beförderte zur Verbuchung der Big Points die Kugel unhaltbar über die Linie.

 

Obwohl der RSV während der Schlussphase seine zahlreichen Konter nicht konsequent zu Ende spielte und deshalb das Bangen bis zum finalen Gong andauerte, geriet der Sieg nicht mehr in Gefahr und auch ein stets mitreisender Edel-Fan, dessen Sehorgan in Folge eines Arbeitsunfall unter der Woche arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, konnte erleichtert konstatieren, dass er mit einem blauen Auge davon gekommen sei.        

 

TSG: Hüttenberger, Nosow, Kaiser (71. Nowak), Reiser, Katz, Bodemann, Fliegel, Welba (71. Bickel), Schmidtner, Zoubi (56. Abubeker), Voglis

RSV: Appel, Saric, Ramm Doman (59. Winkel), Platonow, Boudouhi, Kollbacher, Dommert, Ylitalo, Choynowski, Muth, Perchner (13. Siddiqi, 84. Geppert)

Tore: 0:1 Dommert 30. 1:1 Abubeker 66. 1:2 Choynowski 70.

Gelbe Karten: Ylitalo, Saric

Bilder vom Spiel

 

Dank diesem Sieg hat sich die Germania mit dreizehn Punkten aus sieben Spielen in der erweiterten Spitzengruppe festgebissen. Das Kreisliga C – Derby zwischen den beiden zweiten Mannschaften aus Eberstadt und Pfungstadt musste leider mangels Schiedsrichtermasse verlegt werden, wird aber bereits am Dienstagabend (06.10.) auf dem „Ewerschter“ Waldsportplatz nachgeholt (Anstoß 19Uhr30). 

 

Vor dem nächsten Ligaeinsatz am nächsten Sonntag gegen den SV Weiterstadt schlägt der Rasensportverein zunächst einmal am Donnerstagabend (08.10.) in einem anderen Pflichtspielwettbewerb auf und empfängt zur Qualifikation für die erste Kreispokalrunde den Kreisoberligisten KSG Brandau (Anstoß 19Uhr30 an der Ostendstraße). Der Modautaler Stadtteilklub rückte im Sommer 2019 erstmals in die aktuelle Kicketage hoch und hätte in der vergangenen Saison höchstwahrscheinlich auch ohne Corona-Saisonabbruch den Klassenerhalt eingetütet. Im aktuellen zweiten KOL-Jahr steckte Brandau zunächst einmal im Tabellenkeller fest (ein Sieg und vier Niederlagen), reist aber wegen des Klassenunterschieds als Favorit erstmals seit Mai 2016 in den Pfungstädter Osten. Damals sah die KSG allerdings kein Land und konnte aufgrund einer 0:4-Niederlage nicht verhindern, dass die Germania am vorletzten Spieltag den Grundstock für die eine Woche später dokumentierte Kreisliga A – Meisterschaft legte.