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Der RSV Germania 03 muss sich auf seiner Suche nach einer adäquaten Zufahrt auf die Erfolgsspur weiter in Geduld üben. Beim Aufstiegskandidaten SV St. Stephan hagelte es am Pungschter Kerbsonntag erneut fünf Gegentore, die den punktlosen Status am Tabellenende der Kreisliga A unbarmherzig manifestierten.

 

Inklusive des 0:8 unter der Woche im Kreispokal gegen den Kreisoberligisten FC Arheilgen schwärzen nun sechs Niederlagen aus allen sechs Saisonpflichtspielen die blau-weiße Bilanz. Beim ambitionierten Ranglistendritten schlug der Rasensportverein sicherlich nur als Außenseiter auf. Doch die Art und Weise, wie einfach der Hausherr seine Buden heraus kombinieren und vollenden durfte, geben genauso Rätsel auf wie der Fakt der eigenen Harmlosigkeit im gegnerischen Strafraum. An der Gerechtigkeit von Ligapleite Nummer Fünf  gab es nichts zu rütteln. Hätte der SVS nicht Chancenwucher en masse betrieben, wäre das Rundentorverhältnis von jetzt 3:20 noch desolater in Mitleidenschaft gezogen worden.

 

Trainer Rouven Kornmann baute seine Startelf im Gegensatz zum zurückliegenden Meisterschaftsspiel gegen Wixhausen auf einigen Positionen um. Unter anderem nominierte sich der Coach erstmals selbst für die Anfangsformationen. Aber alle guten Vorsätze gingen bereits nach siebzig Sekunden über die Wupper. Ein langer Ball in die eigene Gefahrenzone genügte, um den germanischen Abschirmdienst vor unlösbare Probleme zu stellen. Der neunzehnjährige respektive aus der SVS-Jugend stammende Philipp Root nahm die Einladung dankend an und hob die Pille über Keeper Lukas Franke ins verwaiste Netz.

 

Die kassierte Blitzbude leerte noch mehr das ohnehin nicht üppig gefüllte Selbstvertrauenfass. Immerhin blockte Franke kurz nach dem frühen Schock eine weitere Flurschadenwoge ab, indem er den zweiten heimischen Hochkaräter resolut entschärfte. Einmal schnupperte die Germania sogar am Ausgleich, aber ein SVS-Bein lenkte den linken Hammer von Gordon Choynowski im letzten Moment zur Ecke.

 

Der nächste dicke Fauxpas hatte den 0:2-Pausenrückstand zur Folge. Santi Ylitalo leistete sich ungewollt einen Fehlpass in die Füße von Root, dessen wohl zum Mittagessen eingenommene Wurzelsuppe immer mehr Wirkung zeigte. Der agile Stürmer schlug einen Haken und lochte ungehindert ein. Mit einer weiteren Glanzparade verhinderte Franke unmittelbar vor dem Halbzeitgong eine noch deutlicheres Defizit bzw. den Root-Hattrick.

 

Angefeuert vom verletzten Marius Kollbacher, der vom Spielfeldrand für seinen kickenden Coach lautstark die Kommandos verteilte, fahndete der RSV zur Ouvertüre des zweiten Abschnitts nach einem Hoffnungsfunken. Dieser erlosch zunächst, als Luca Carlon, nachdem er die Kugel 120 Sekunden zuvor noch aus zwei Metern über das leere Gehäuse gedonnert hatte, eine perfekte SVS-Staffette mit der Einschweißung zum 3:0 krönte.

 

Wenig später öffnete sich dann doch noch einmal kurzfristig das Zuversichtsfenster. Fouad Boudouhi wurde zu Fall gebracht und Ylitalo verwandelte den daraus resultierenden Elfer. Max Kögler, der ansonsten einen überaus arbeitsarmen Nachmittag verlebte, war mit den Fingerspitzen noch dran, doch die erst dritte germanische Saisonüberquerung der gegnerischen Torlinie konnte der einstige RSV-Schlussmann nicht verhindern.

 

Fünf Minuten darauf pfiff der Referee nach einem „Blackout“ auf der anderen Seite Strafstoß. Boudouhi stand mit der Meinung, dass die Partie unterbrochen war, alleine da, weshalb der Unparteiische seine Ballaufnahme per Hand mit der nächsten Deutung Richtung Punkt ahndete. Kevin Witt ließ sich die freundliche Hilfeleistung des Gastes nicht entgehen, schraubte den Score auf 4:1 und die Frage nach dem Sieger der Derbykonfrontation wurde endgültig beantwortet. St. Stephan fügte in der Schlussphase noch den Kehrausnadelstich zum 5:1 hinzu, dem wiederum ein haarsträubender Abwehrpatzer vorausging.        

 

Aufstellungen:

Kögler, Rogler, Vetter, Berninger, Sahraoui, Kunz, Witt, Jacobi (57. Benchakhchakh), Carlon, Prce (46. Ebers), Root (80. Toprak),

Franke, Kornmann, C. Azevedo, Schalamon (55. Geppert), Zemelka (25. Babaei), Boudouhi (80. Buth), Dommert, Ylitalo, Choynowski, Perchner, M. Azevedo

Tore: 1:0, 2:0 Root 2., 33. 3:0 Carlon 54. 3:1 Ylitalo 60. FE 4:1 Witt 66. HE 5:1 Toprak 82.

Schiedsrichter: Thomas Hirschberg /Wald-Michelbach

Gelbe Karten: Root / Boudouhi, Ylitalo, Schalamon

 

Die Germania sollte ergo schleunigst am Proviantsammlungsprogramm teilnehmen, damit der Kontakt zu den sicheren Gefilden nicht weiter abreißt. Am Donnerstagabend (16.09.) steht mit der Dienstreise zur SKG nach Gräfenhausen das fünfte von sieben Pflichtpartien zwischen dem 02. und 26.09. auf der Agenda (Anstoß 19Uhr30). Der heimische Herausforderer wird von einem altbekannten Übungsleiter gecoacht. Oliver Schnepper verabschiedete sich im Mai 2019 nach zwei zuvor quittierten Abstiegen mit dem Wiederaufstieg in die Kreisliga A vom Grünen Steg und ist daher quasi der „Vorvorgänger“ des aktuellen Trainers Rouven Kornmann. Drei Tage später – also am kommenden Sonntag, dem 19.09. – empfängt der Rasensportverein um 15Uhr30 die kickende Zweitabteilung des SV Traisa an der Ostendstraße. Bereits drei Stunden zuvor (12Uhr30) eröffnet das Kreisliga C – Team (hamsterte am Sonntag ein torloses Remis bei Kamerun Darmstadt) gegen BG Darmstadt den blau-weißen Doppelheimspielnachmittag.