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Kurz vor Feierabend zeigte sogar der Gast Mitleid und donnerte zweimal den Ball an den Querbalken statt ins leere Tor. Der RSV Germania 03 vergeigte in Folge einer von A bis Z indiskutablen Performance am zehnten Kreisliga A - Spieltag auch seine fünfte Saisonheimaufgabe und ging gegen den Tabellennachbarn Croatia Griesheim sang- und klanglos 1:5 unter.

 

Sieben Tage nach dem erhofften Befreiungsschlag (7:1 in Weiterstadt) präsentierte der Rasensportverein vor den maßlos enttäuschten eigenen Fans wieder sein negatives Gesicht. Bei den Erklärungsversuchen für eine solche Leistungsdiskrepanz binnen einer Woche sind selbst die erfahrenen Germanenveteranen mit ihrem Latein am Ende. Sicherlich ziehen sich die Personalprobleme wie ein roter Faden durch die laufende Spielzeit (auf der Bank saßen lediglich Zweitmannschaftspieler, die im Vorspiel der Kreisliga C bereits neunzig Minuten geackert hatten), doch diese Tatsache dient in keinster Weise als Entschuldigung für das dargebotene Wirrwarr. Von der nötigen Leidenschaft bzw. mannschaftlicher Homogenität war der RSV am Sonntag so weit entfernt wie Hammerfest von Timbuktu.

 

Im Duell zweier vor dem Anpfiff punktgleicher Kontrahenten versprühte der Platzhirsch schon im ersten Durchgang nicht gerade massig Espritdosen. Die meist auf Ansätze beschränkten Angriffsambitionen wirkten unentschlossen und fahrig. Durch einen Geistesblitz von Jure Markota (schlenzte die Kugel gefühlvoll ins lange Eck) sorgten die gewiss ebenfalls bis dato nicht überzeugenden Kroaten für ihre Pausenführung. Selbst Schiedsrichter Stegmüller wollte sich anscheinend das verkrampfte Match nicht länger antun und bat beide Teams sechzig Sekunden zu früh zur Halbzeitregeneration.

 

Der vorgenommene Plan für eine Trotzreaktion zerschellte in der ersten Viertelstunde des zweiten Abschnitts am radikalen Quantumwachstum der eigenen Defensivschwächen. Nach gut einer Stunde hatte Croatia sein knappes Guthaben in ein aus Germanensicht ernüchterndes 0:5 verwandelt, indem man die hanebüchenen Abwehrpatzer eiskalt respektive effektiv bestrafte.

 

Die Hausherren liefen fortan von Pontius zu Pilatus, ohne eine Lösung zu finden. Selbst den Ehrentreffer verdankte der schon längst ins Resignationsloch gefallene Rasensportverein dem Zulieferdienst von Croatia-Keeper Smith Treusch, der beim Geschoss von Gordon Choynowski in Form von Schattenboxen kurzfristig eine andere Sportart wählte. Zum Gesamtbild dieses tristen Tags der deutschen Einheit passte, dass Petrus ein paar Etagen höher peu á peu immer mehr bittere Tränen auf das Hauptfeldgeläuf versendete.

 

Nach der leidigen Fortsetzung der Saisonheimmisere (jetzt fünf Niederlagen bei 2:19 Toren!) hängt die Germania weiter sehr bedrohlich im Dickicht des Ligakellers fest (Drittletzter).

 

Aufstellung: Lembke, Saric, Perkovic (60. Hakeemi), Buth, Babaei, Winkel (73. Tokluicten), C. Azevedo, Choynowski, Perchner (66. Tammo Atie), Muth, M. Azevedo

Tore: 0:1 Markota 35. 0:2, 0:3, 0:4 Bikic 49., 52., 55. 0:5 Eigentor Winkel 62. 1:5 Choynowski 69.

 

Am nächsten Sonntag (10.10.) pilgert die blau-weiße Karawane bereits zum zweiten Mal in dieser Saison Richtung Erzhausen. Nach dem ergebnistechnisch misslungenen Rundenauftakt beim eigentlichen Hausherren SVE (1:2) heißt der nun wartende Herausforderer Türk Gücü Darmstadt, der seine Heimpartien ebenfalls an der Heinrichstraße austrägt (Anstoß 15Uhr30). Einige höherklassig gestählte Fußballrecken bereichern den Kader des vom ehemaligen Germanen Aydin Kurt (215 Ligaeinsätze zwischen 1992 und 2001 für den RSV) gecoachten jungen Klubs, der in seinem zweiten Kreisliga A – Jahr putzmunter den Spitzengruppenpulk bereichert und „zu Hause“ noch verlustpunktfrei ist.

 

Das bisher einzige Duell entschied der Rasensportverein vor rund zwölf Monaten zu seinen Gunsten (3:2, unmittelbar danach wurde die Spielzeit 20/21 abgebrochen). Der damalige Erfolg und die beiden zurückliegenden Auswärtsauftritte (Sechspunkteoptimum und dabei 13 Tore erzielt) stärken den Zuversichtsglauben, dass in Erzhausen trotz des tabellarischen Außenseiterstatus und des zurückliegenden herben Dämpfers gegen Croatia etwas Zählbares herausspringt.

 

Bereits drei Stunden zuvor (12Uhr30) hofft die Kreisliga C – Mannschaft bei GW Darmstadt II, das Fenster für produktive Resultate wieder zu öffnen. Am Sonntag endete der zuvor vier Spiele ohne Niederlage beinhaltende Höhenflug, weil sich die Jungs von Trainer Ersin Güclüdal von Croatia Griesheim II einen 2:0-Vorsprung entreißen ließen und beim Epilog mit leeren Händen im Regen standen (2:3).