Aktuelles

Das Kreisliga A – Team des RSV Germania quittierte auch zur zweiten Pflichtspielperformance der neuen Trainerriege eine Auswärtsniederlage mit drei Toren Unterschied. Nach dem 0:3 vergangenen Sonntag bei Türk Gücü setzte es im Nachholmatch als Gast von Hellas Darmstadt am Mittwochabend ein Negativergebnis aus dem Kuriositätenkabinett: 5:8!!

 

Dreizehn Tore am dreizehnten Oktober binnen neunzig Minuten: Die neutralen Zuschauer kamen auf dem engen Kunstrasengeläuf voll auf ihre Kosten. Der mit den Eintragungen auf seinem Notizzettel kaum noch nachkommende Schiedsrichter hätte bei einer konsequenteren Verwertung der Hochkaräter einen zweiten Kugelschreiber benötigt, denn hüben wie drüben präsentierten sich die Abwehrblöcke so löchrig wie ein Schweizer Käse während der Lagerung vor einem offenen Scheunentor. In diesem äußerst kurzweiligen Duell wäre aufrund den massenhaften Einschusschancen ein finaler Score von 14:10 durchaus realistisch gewesen.  

 

Coach Marius Kollbacher musste diesmal neben den zwangsläufig schon länger pausierenden Stammkräften auch auf den verhinderten Gordon Choynowski verzichten, konnte dafür allerdings zumindest wieder Santo Ylitalo einsetzen. Die Warnungen vor der bekannten Hellas-Anfangswucht verhallten wohl irgendwo im Nirwana, denn gleich nach dem ersten „Überfallkommando“ rappelte es im Karton.

 

Ein langer Ball auf die Außenposition, eine präzise Hereingabe und eine Vollstreckung aus kurzer Entfernung summierten sich im frühen Nackenschlag, den die Germanen unbedingt vermeiden wollten. Die Blitzbude entpuppte sich als pures Gift für die blau-weißen Absicherungsmaßnahmen. Praktisch bei jedem Vorstoß des griechischen Vereins hielt der an den Woog mitgereiste RSV-Anhang den Atem an.

 

Ähnlich angriffslustig wie weiland die Spartaner gegen die Perser wuselten sich die wieselflinken „Nachkommen“ von Leonidas & Co durch die germanische Bastion und kristallisierten jegliche defensive Problemzonen. Alleine Keeper Christian Lembke war es zu verdanken, dass die enthusiastischen Hellas-Fans nach 35 Minuten „nur“ vier Einschläge bejubeln durften.  

 

In Folge des schier aussichtslosen Rückstandes legte jetzt aber auch der Rasensportverein seine Scheuklappen beiseite und entfachte rund um den Hellas-Sechzehner das eine oder andere Offensivstakkato. Es spricht absolut für den blau-weißen Gast, dass er trotz des klaren Ergebnisdefizits nicht die Flinte ins Korn warf und sich kämpferisch mit Haut und Haaren wehrte.

 

Lohn des jetzt sehr mutigen Engagements waren die beiden Anschlusseinlochungen von Marc Perchner und Leon Perkovic. Leider wurde der weitere Verkürzungsdrang durch das höchst überflüssige fünfte Gegentor Sekunden vor dem Pausengong konterkariert. Angesichts des Wissens, dass Hellas nach dem Seitenwechsel „traditionell“ kräftemäßig etwas abbaut, existierten zur Halbzeit dennoch die Hoffnungsblasen für ein nochmaliges Herantasten.

 

Diesen Zuversichtswunsch konnte man kurz nach dem Wiederbeginn in die Tonne werfen, denn erneut kassierte die Germania diesmal im Foulelfmeterformat einen ganz schnellen Nackenschlag. Zwar stellte Santo Ylitalo fast im Gegenzug auf die identische Art und Weise vom Punkt wieder den alten Abstand her, aber die nächsten von den Hausherren auf dem Silbertablett dargebotenen Geschenke wurden wegen mangelnder Einlochkaltschnäuzigkeit abgelehnt.

 

Statt dem in der Luft liegenden 6:4 zauberte Hellas einen Sonntagsschuss am Mittwochabend aus dem Hut und das Ding war definitiv durch. Michael Azevedo trug sich noch zwei Mal in die üppige Schützenliste ein, doch eine engere Annäherung als drei Tore Differenz war den nie aufsteckenden blau-weißen Mannen nicht mehr vergönnt.

 

Nach der dritten Niederlage en block muss der RSV nun gleich zwei statistische rote Laternen mit sich herumschleppen: Die schwächste Heimbilanz und die meisten Gegentreffer der gesamten Klasse (43). Insgesamt stagniert man im Ranking fortan auf der drittletzten Stufe.

 

Aufstellung: Lembke, Geppert (86. Schalamon), Saric, Perkovic, Buth, Zemelka, Winkel (61. Babaei), Platonow (66. Hakeemi), Ylitalo, Perchner, M. Azevedo

Tore: 1:0 Altunbas 2. 2:0 Lampert 15. 3:0 T. Karras 19. 4:0 Lunetto 35. 4:1 Perchner 38. 4:2 Perkovic 45. 5:2 Karipidis 45. + 2 6:2 Lampert 48. FE 6:3 Ylitalo 51. FE 7:3 Karipidis 65. 7:4 M. Azevedo 67. 8:4 Karipidis 72. 8:5 M. Azevedo 83.

Gelbe Karten: Lampert, Karipidis / Winkel

Besonderes: Zehnminutenstrafe für Winkel 48.

 

Am Sonntagnachmittag (Anstoß 15Uhr30) steht dem RSV Germania 03 die nächste Mammutaufgabe ins eigene Haus. Mit Viktoria Griesheim gibt sich der frisch installierte  Kreisliga A – Tabellenführer am Grünen Steg die Ehre. Die Zweitabteilung des benachbarten Hessenligisten strotzt dank starker Referenzen aktuell vor Selbstbewusststein: Meiste Treffer aller Klubs erzielt (35) und den effektivsten Goalgetter in ihren Reihen (Efstathios Alikotsis, 20 Buden aus zehn Partien!). Aber vielleicht ist dieses - bezüglich des Tabellenbildes – „David-Goliath“ - Duell genau die perfekte Voraussetzung, um endlich den Heimfluch zu beenden und die saisonalen Debütfrüchte im eigenen Wohnzimmer einzufahren. Zuvor ab 12Uhr30 bittet die zweite Mannschaft zur Fahndung nach wichtigen Punkten Spvgg Seeheim/Jugenheim II zum Kreisliga C – Tanz.