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Der RSV Germania 03 bleibt ein überaus gern gesehener Gast auf dem Kunstrasenplatz der 46er. Nur elf Tage nach dem 5:8 bei Hellas Darmstadt sahen die Zuschauer am Woog wiederum dreizehn Tore binnen neunzig Minuten. Diesmal setzte es bei der TSG einen noch deftigeren Ergebnispeitschenhieb: 3:10!!

 

Reporterikone Waldi Hartmann begründete einst im mit Tante Käthe auf Island geführten Interview die Floskel des „tiefsten Tiefpunkts“. Eine sportlich ähnlich negative Momentaufnahme erreichte der Rasensportverein am Sonntagnachmittag. Nach drei Gegentreffern während den ersten zehn Minuten schlitterten die defensiv heillos überforderten Schützlinge von Trainer Marius Kollbacher erstmals seit sieben Jahren wieder in ein zweistelliges Resultatsdesaster (September 2014 ebenfalls 3:10 gegen den SV Nauheim).

 

Da spendete auch das von Santo Ylitalo erzielte „Tor des Monats“ wenig Trost. Dass RSV-Keeper Christian Lembke zehnmal den Ball passieren lassen musste und aufgrund etlicher Rettungsparaden trotzdem noch bester Spieler des unterlegenen Teams war, unterstreicht die hoffnungslose Performance im Herzen von Darmstadt.  In dieser Verfassung müssen die Germanen das Worst Case – Szenario des Absturzes in die Kreisliga B ins bittere Kalkül ziehen.

 

Ein unglückliches Eigentor leitete das kickende Fiasko ein. Patrick Geppert köpfte eine Freistoßflanke von Dominic Schuster ins falsche Netz. Der á la Thomas Ouwejan auf Schalke vorarbeitende linke Fuß Schusters stellte den germanischen Absicherungsfraktionen unlösbare Problemfragen, denn auch das 0:3 und 0:6 bereitete der TSG-Standardspezialist auf diese Masche vor. Bezeichnend für die Abwehrdarbietung war, dass in Person von Nizamettin Alkan schon vor der "Halbzeitkrisensitzung" ein Zweitmannschaftsakteur eingewechselt wurde, um dem blau-weißen Wackelpudding eine bessere Konsistenz zu verleihen.

 

Längst konnte sich der spärlich mitgereiste Anhang lediglich mit ausgeprägtem Galgenhumor plus Genuss des herrlichen Indian Summer – Wetters den Ausflug zum Woog schön reden. Nach dem 5:0 zur Pause machten die 46er mit der Debütangriffsaktion des finalen Durchgangs das halbe Dutzend voll. Ein anscheinend dem Mitleid geschuldeten  Hausherrengeschenk (Handspiel im Sechzehner) nutzte Ylitalo per Strafstoß zur ersten kleinen kosmetischen Maßnahme. Im Gegenzug hagelte es den siebten Dämpfer, was Ylitalo veranlasste, seine finnischen Geniestreichfähigkeiten zu aktivieren und zumindest ein bisschen das germanische Image aufzupolieren. Den Wiederanstoß nach dem 1:7 zimmerte Ylitalo vom Mittelpunkt direkt über den verdutzten respektive viel zu weit vor seinem Tor feiernden TSG-Goalie in den Giebel.

 

Ungeachtet jenes optischen Schmankerls zuzüglich der siebten Saisoneinlochung von Michael Azevedo lautete die in deprimierenden Zahlen artikulierte Kehraustagesbilanz 3:10. Logisch, dass neben der schwindenden Versetzungszuversicht auch die „Generalprobe“ für das anstehende Derby vollends in die Hose ging. Auch die zweite Mannschaft versemmelte den abschließenden Einsatz vor ihrem Kreisliga C – Lokalkampf und geriet beim FC Arheilgen II ebenfalls unter die Räder (2:8).      

 

Aufstellung: Lembke, Geppert (40. Alkan), Saric, Perkovic (60. Buth), Babaei, Winkel (67. C. Azevedo), Platonow, Ylitalo, Choynowski, M. Azevedo

 

Tore: 1:0 Eigentor Geppert 7. 2:0 Hummel 9. 3:0 Schmidtner 10. 4:0 Voglis 19. 5:0 Hummel 38. 6:0 Schmidtner 46. 6:1 Ylitalo 57. HE 7:1 Schmidtner 58. 7:2 Ylitalo 59. 8:2 Bodemann 75. 8:3 M. Azevedo 76. 9:3 Schmidtner 85. 10:3 Zoubi 86.

 

Am kommenden Sonntag (31.10.) dürfen sich sowohl blau-weiß als auch rot-weiß gesinnte Fußballfans auf eine doppelte Portion des „Derbys della Pungo“ freuen. Ab 12Uhr30 in der Kreisliga C sowie ab 15Uhr30 in der Kreisliga A duellieren sich am altehrwürdigen Grünen Steg die kickenden Lokalmatadore des Rasensportvereins und der FTG. Nach einer dreizehnmonatigen Auszeit führt das mit Spannung erwartete interne Punktspielcomeback die beiden alten Rivalen wieder zusammen.

 

Seit dem germanischen Wiederaufstieg in die A-Klasse 2019 konnte der im Osten beheimate Platzhirsch alle drei ausgetragenen Derbys gegen den südlichen Nachbarn für sich entscheiden (3:0 an der Dr. Horst-Schmidt-Straße und 3:1 bzw. 4:2 an der Ostendstraße). Doch das ist Schnee von vorgestern, denn in der laufenden Spielzeit sind die Freien Turner wesentlich erfolgreicher unterwegs und werden im Gegensatz zum Hausherren in keinster Weise von Abstiegssorgen geplagt. Aufgrund des aktuellen Tabellenschemas gebührt die ungeliebte Rolle des Favoriten vor dem Kick-off zunächst einmal den Gästen. Dem RSV hingegen bietet sich nach der anhaltenden Heimmisere die letzte Vorrundenchance, endlich die saisonalen Debütfrüchte in den eigenen vier Wänden einzufahren.