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Der RSV Germania 03 rief am 16. Kreisliga A – Spieltag erstmals in dieser Spielzeit sein vollständiges Leistungspotenzial über die komplette Distanz ab. Eine rundum überzeugende Mannschaftsperformance mündete beim favorisierten FSV Schneppenhausen im auf dem Papier unerwarteten, aber nichtsdestotrotz verdienten dritten Sieg en block.

 

Nach dem sportlich vermaledeiten Oktober (vier Niederlagen und dabei 26 bittere Gegentorpillen geschluckt) neigt sich das Novemberformpendel eindeutig auf die blau-weiße Seite. Die beiden wichtigen Last Minute – Dreier im Derby gegen die FTG und beim Schlusslicht DJK/SSG waren relativ glücklich, ließen aber den Selbstbewusstseinpegel in die Höhe schnellen. Das zurückgekehrte Vertrauen ins eigene Kickvermögen plus dem Comeback personeller Eckpfeiler sorgten auf dem schmucken Sportplatz „An der Trift“ für den kleinen Paukenschlag. Von A(lkan) bis Z(emelka) lieferten die Germanen bezüglich Harmonie, Defensivwiderstandskraft und Abschlusseffizienz eine kompakte Darbietung ab, die mit der Verbuchung von drei Big Points fett belohnt wurde. Auch das neue Trainerteam erntet endlich die vitaminreichen Früchte seiner Arbeit und darf nach drei Startpleiten jetzt genüsslich die dritte Komplettüberweisung in Serie auf das wachsende Saisonkonto konstatieren.

 

Während der Anfangsphase deutete allerdings noch nicht viel auf das Endergebnis hin. Die vorkalkulierten Tendenzmeinungen bestätigten sich, denn der technisch versierte Hausherr nahm zunächst das Initiativenheft vollends in seine Hand und belagerte den RSV-Sechzehner. Doch schon in dieser bedrohlichen Prologperiode war erkenntlich, dass die blau-weiße Absicherung ihr offenes Scheunentor-Image (bis dato meiste Gegegtreffer der gesamten Liga) ad acta gelegt hat. Der für Lembke den Kasten hütende Lukas Franke entpuppte sich als sichere Stütze und vor ihm räumte der von der zweiten in die erste Mannschaft beförderte 43jährige Niza Alkan im Verbund mit seinen dito aufopferungsvoll verteidigenden Nebenleuten solide auf.

 

So ab der 20. Minute forcierte dann auch der RSV seine Ambitionen, die Abwehr des Kontrahenten vor Probleme zu stellen. Nachdem Gordon Choynowskis Premierenchance noch am leerstehenden Gehäuse vorbei huschte, zischte sein sechzig Sekunden später vorgetragener zweiter Vorstoß per Linksschuss in die Maschen. Vorausgegangen war ein Augenweide-Schnittstellenpass von Offensivkollege Michael Azevedo.

 

Die Bude zeigte Wirkung. Den Schneppenhäuser Antwortbemühungen mangelte es an Zielstrebigkeit, so dass eine Referee-Ermahnung an die Adresse des germanischen Rekordspielers Torsten Schambach („Mr. 492“) bezüglich seiner Funktion als FSV-Linienrichter praktisch bis zur Pausenbesprechung in den warmen Kabinen der einzige, aber sehr amüsante Höhepunkt blieb.

 

Ähnlich wie in Hälfte Eins legte der wütend anrennende FSV auch zur Ouvertüre des finalen Abschnitts los wie die Feuerwehr. Aber die Germania hielt ihre Schotten dicht. Lautstark angefeuert von der Bank, wo jede klärende Grätsche wie eine Meisterschaft bejubelt wurde, verteidigte das blau-weiße Kollektiv den zarten Vorsprung und baute unter dem inzwischen aktivierten Flutlicht auf seine Kontertaktik, die durch einen perfekt respektive entscheidenden Doppelpack in produktive Bahnen gelenkt wurde.

 

Ein „simpler“ Abschlag Frankes inklusive einer Kopfballverlängerung Azevedos landete vor den Füßen von Marc Perchner. Der zur Halbzeit zusammen mit Santo Ylitalo eingewechselte Joker behielt die Nerven und schob überlegt zum 2:0 ein. Den endgültigen Knockout für den spürbar genervten Platzhirsch organisierte eine einstudierte Eckenvariante. Ylitalo bediente flach den im Rückraum lauernden Michael Azevedo, woraufhin der Stürmer direkt vollstreckte und seinen dritten Scorerpunkt einstrich.

 

Von diesem „Negativstakkato“ erholte sich die heimische Auswahl nicht mehr. Zwar verhinderte kurz vor dem Kehraus die den Endstand reglementierende Verkürzungsmaßnahme das erste Germanenspiel der laufenden Runde ohne Gegentor, doch das konnte den Freudentaumel im Gästelager selbstredend nicht mehr trüben.

 

Durch die Proklamation des Sieghattricks verbesserte sich der RSV im Klassement auf Position Dreizehn und kann nach der Aufholjagdfortsetzung wieder zuversichtlicher nach vorne schauen.    

  

Aufstellungen:

Hüttenberger, Bairi, Lentes, Kling, Dehmer, Dittrich. C. Arslanparcasi, E. Arslanparcasi, Neziraj, Potinteu (75. Worku), Caluk

Franke, Saric, Alkan, Buth, Winkel, Zemelka, Babaei (62. Perkovic), Platonow (46. Ylitalo), Choynowski, Muth (46. Perchner), M. Azevedo

Tore: 0:1 Choynowski 31. 0:2 Perchner 60. 0:3 M. Azevedo 65. 1:3 Caluk 84.

Schiedsrichter: Mario Heckmann

Gelbe Karte: M. Azevedo

Besonderes: RSV-Legende bzw. FSV-Linienrichter Torsten Schambach erhält eine Ermahnung vom Referee (40.)

 

Aufgrund des spielfreien Fakts zum Ausklang der Kreisliga A – Vorrunde am nächsten  Wochenende wäre die erste Halbserie für den RSV Germania eigentlich beendet, aber es fehlt ja noch das vor einem Monat beim Stand von 1:2 wegen einer schweren Verletzung des Gästekeepers (Schienbeinbruch) abgebrochene Duell gegen Viktoria Griesheim II. Diese Partie  wird am kommenden Donnerstagabend (18.11.) ab 19Uhr30 nach- bzw. wiederholt. Weil das Kräftemessen zwischen den geographischen Nachbarn unter der Woche stattfindet und die SCV-Hessenligaauswahl deshalb nicht im Einsatz ist, muss man bedürchten, dass die Zwiebelstädter mit Verstärkung „von oben“ auflaufen.

 

Ungeachtet dessen inklusive ihres tabellarisch ohnehin manifestierten Außenseiterstatus hoffen die Hausherren, nach dem im FTG-Derby erworbenen Heimdebütprofit auch gegen den vom Hegelsberg an den Grünen Steg anreisenden Favoriten im eigenen Wohnzimmer zu punkten. Derweil bestreitet die germanische Kreisliga C – Auswahl am Sonntag (21.11.) mit der Heimaufgabe gegen SKG Gräfenhausen II bereits ihren finalen Einsatz im Kalenderjahr 2021. Anstoß an der Ostendstraße ist um 13Uhr. Die Schützlinge von Übungsleiter Ersin Güclüdal legten in Schneppenhausen den Grundstein für den Doppeltriumph und gewannen beim FSV II unter der souveränen Regie des Unparteiischen Armin Binczyk ebenfalls mit 3:1.