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Chancenverhältnis 21:2, Eckenverhältnis 18:1 und „Alu-Verhältnis“ 2:1: Die Addition dieser Bilanzen ergab am Sonntagnachmittag für den RSV Germania 03 eine Resultatssumme von 9:0 gegen SKG Gräfenhausen II, wodurch das 8:1 in Nieder-Ramstadt als höchster Saisonsieg abgelöst wurde.

 

Eins vorneweg: Das deutliche Ergebnis darf nicht als Maßstab für den restlichen Saisonverlauf zu Rate gezogen werden. Dafür war der abstiegsgefährdete und stark ersatzgeschwächte, aber dennoch im Rahmen seiner Möglichkeiten tapfer kämpfende Gast zu schwach. Und solch ein Kantererfolg transferiert auch „nur“ drei Punkte auf das Konto, weil das Torverhältnis prinzipiell nicht relevant ist (bei Punktgleichheit zählen bekanntlich die direkten Vergleichswerte).   Ungeachtet dessen konnten sich die RSV-Fans erstmals seit Ende der Winterpause entspannt zurücklehnen und das „Offensivspektakel“ ihrer Mannschaft ohne Einnahme von Kreislauftropfen verfolgen.

 

Trainer Oliver Schnepper, der den Rasensportverein ja wie berichtet nach Kehraus der laufenden Spielzeit verlässt, fehlte aufgrund eines Kurzurlaubs und wurde an der Seitenlinie von Marc Semelka und Marius Kollbacher vertreten. Das Interimsduo veränderte die Startelf gegenüber dem Ober-Beerbacher 4:3-Thriller auf zwei Positionen. Antonio Martino und Paul Platonow rutschten in die Anfangsformation.

 

Vorzügliche Fußballbedingungen (Frühlingssonnenstrahlen überfluteten die Naturrasenwiese an der Ostendstraße) begleiteten den Anpfiff, der sofort im ersten Angriff respektive der Debüttorchance mündete. Sofort war zu beobachten, dass der Weg nur in eine Richtung führt: Richtung SKG-Gehäuse. Nach einem Dutzend Matchminuten brach Michel Choumbou nicht nur für diese Partie den Bann, sondern löste auch endlich seinen eigenen lange nicht zu öffnenden  Abschlussknoten (letzte Bude Ende November beim 7:1 gegen Wixhausen II).

 

Der satte Linksschuss in den Giebel beflügelte natürlich den von seinem „Leiden“ kurierten Goalgetter. Choumbou schob nach einer gelungenen Vorleistungsstafette über Perchner und Muth schnell den Ball zum 2:0 in den verwaisten Kasten, ehe die einprägsame Zeit des Santo Ylitalo folgte. Der finnische Offensivspieler bereitete bis zur Pause zwei Treffer per Ecke vor (Buth und Choumbou köpften jeweils ein) und erzielte zwei Treffer selbst. Vier Scorerpunkte innerhalb von gerade einmal zehn Minuten: Alle Achtung!

 

Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass der läuferisch und spielerisch deutlich unterlegene und deshalb überforderte Kontrahent unmittelbar vor dem Erholungsgang in die Kabine mit seiner allerersten Gelegenheit die Latte küsste, was einige SGD Arena – Kiebitze angesichts des zur Halbzeit dokumentierten 6:0 nicht daran hinderte, am kulinarischen Wallfahrtsort über zweistellige Dimensionen zu philosophieren. Choumbous vierte Einlochung an diesem Nachmittag und das 8:0 des eingewechselten Leon Perkovic (erster Treffer des Winterneuzugangs im RSV-Dress) bestätigten während der Auftaktphase des zweiten Abschnitts auch diese Mutmaßung.

 

Doch danach muss irgend jemand vor allem der Abteilung Attacke den Aktivitätsstecker gezogen haben, denn plötzlich verrichteten die Germanen „nur“ noch Dienst nach Vorschrift – sicherlich auch verständlich angesichts der differenzierten Kräfteverhältnisse und des überaus opulenten Vorsprungs. So plätscherte die Begegnung vor sich hin, auch wenn sich hier und da weitere Chancen ergaben. Eine davon nutzte Perkovic zum Endstand und seinem persönlichen Doppelpack. Unmittelbar vor dem Schlussgong verpasste er hauchzart einen waschechten Hattrick und damit die Aufstockung des Resultats in zweistellige Sphären.

 

Nach dem „Pflichtsieg“ hat der Rasensportverein wieder den Gipfel der Kreisliga B erklommen, weil sich der bis dato punktgleiche VfR Eberstadt eine überraschende 2:3-Heimniederlage gegen Bickenbach II leistete. Die Germania führt nun mit einem knappen Guthaben von einem Zähler auf GW Darmstadt und drei vor dem VfR das Klassement an. Dieses kleine Polster soll bei der nächsten Aufgabe am kommenden Sonntag (14.04.) beim SV St. Stephan II verteidigt werden. Anstoß im Stadtteil der Zwiebelstadt ist bereits um 13Uhr.    

 

Aufstellungen:

L. Schnepper, Saric, Buth, Martino (64. Geppert), Boudouhi, Willenbacher, Platonow (85. Muth), Muth (46. Perkovic), Ylitalo, Perchner, Choumbou (64. Ramm Doman)

Krug, Matern, Poth, Köhler, Razmpush, Hastiar, Bernhardt (37. Arabzadeh), Mücke, Pfitzner, Schrey (27. Emisch), Januszczak

 

Tore: 1:0, 2:0 Choumbou 12., 20. 3:0 Buth 29. 4:0 Ylitalo 31. 5:0 Choumbou 38. 6:0 Ylitalo 39. 7:0 Choumbou 50. 8:0, 9:0 Perkovic 52., 81.

 

Schiedsrichter: Recep Yildiz aus Babenhausen

 

Gelbe Karten: Martino / Januszczak, Köhler

 

Bilder vom Spiel