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Eine Vierstunden-„Tortur“ zwischen 13 und 17Uhr während der Ligavorschlussrunde am Sonntag endete hollywoodreif mit dem bestmöglichen Happyend. Es kostete ca. 1903 Millionen Nerven, bis der Kreisliga B - Titelvollzug perfekt war. Nach dem eigenen 3:2 beim SV Hahn II pilgerte die germanische Mannschaft samt Fans zum Verfolgerduell VfR Eberstadt contra Grün-Weiß Darmstadt, das mit einem dramatischen 2:2 abgeschlossen wurde. Dieses Ergebnis an der Nußbaumallee besiegelte die Meisterschaft des Rasensportvereins und den Aufstieg in die Kreisliga A.

 

Dank den aus RSV-Sicht optimalen Resultaten beträgt der Vorsprung auf GW Darmstadt vor dem Showdown drei Zähler, die laut Amateurreglement (bei Punktgleichheit am Rundenende zählt der direkte Vergleich und die Germania gewann zweimal gegen GW) nicht mehr verspielt werden können. Nach einer hochintensiven Saison voller Höhen und Tiefen ist das große Ziel erreicht und die Germanen bleiben ihrem Ruf als Fahrstuhlverein treu. Diesmal allerdings im positiven Sinne: Den vier in den letzten sechs Jahren kassierten Abstiegen steht jetzt der zweite Aufstieg gegenüber, durch den der Betriebsunfall Absturz in die Kreisliga B postwendend repariert wurde. Herzlichen Glückwunsch an alle blau-weißen Protagonisten…

 

Widmen wir uns zunächst der eigenen Matchverpflichtung. Der letzte Saisonauftritt „in der Fremde“ diente praktisch als Spiegelbild von etlichen Auswärtsauftritten der laufenden Runde. Selbst nach einem 3:0-Vorsprung konnte man sich im germanischen Lager nicht sicher sein, den unbedingt benötigten Sieg schon im Sack zu haben. Von einigen wenigen Ausnahmepassagen abgesehen, dominierte der Rasensportverein siebzig Minuten die Szenerie. Aber statt die entscheidende vierte Bude nachzulegen, ging die Konsequenz von fahrlässigem Abwehrverhalten nach hinten los. Nach dem ersten Gegentor war die defensive Ordnung dahin und der zweite Nadelstich des nie aufsteckenden Gastgebers sorgte für die fast schon obligatorische „EAV-Aktivierung (Erste allgemeine Verunsicherung) – sowohl auf dem Platz als auch bei den auf den Rängen trotz der Frühsommerhitze mal wieder zitternden Fans, die den Weg über den Autobahnbuckel in den Hahner Sportpark fanden. Erst der Schlusspfiff erlöste auf kollektive Art und Weise den blau-weißen Tross.

 

Trainer Oliver Schnepper musste an seiner alten Wirkungsstätte auf Marius Kollbacher (Mandel-OP) verzichten. Im Vergleich zum zurückliegenden Heimerfolg gegen Nieder-Ramstadt rückten Tim Saric und Marc Perchner in die Startformation. Die erste gute Derbychance bot sich Goalgetter Choumbou, dessen Schlenzer knapp am langen Eck vorbei segelte. Dadurch beflügelten übernahmen die Germanen das Kommando und erarbeiteten sich einige gute Abschlussmöglichkeiten – allerdings ohne den gewünschten Effekt. Die befreiende Führung glückte schließlich Leon Perkovic, der eine Ecke von Santo Ylitalo ins Netz köpfte.

 

Während der Endphase von Durchgang Eins meldete sich dann auch die von Robert Schmidt, dem früheren Germanen und jetzigen Trainer der ersten SVH-Mannschaft (jedoch nur noch bis Saisonende), angetriebenen Hausherren zu Wort, ohne echten Flurschaden für den Tabellenführer anrichten zu können. Zum richtigen Zeitpunkt (kurz vor der Pause) erzielte Marc Perchner die zweite RSV-Bude. Erneut war eine Ecke ausschlaggebend, nach deren Ausführung der abprallende Ball vor den Füßen des quirligen Stürmers landete und dessen platzierter Schuss unhaltbar in die Maschen zischte.

 

Der zweite Durchgang begann mit einem „Aufreger“ der etwas anderen Art. SV-Tausendsassa „Törtche“ Rainer Starck musste sich Gummistiefel über die Stelzen ziehen, um den verlustig gegangen Ball aus dem Morast zu angeln. Auf der grünen Wiese hatten die Germanen derweil fortan alles im Griff. Mehrere „dicke Dinger“ wurden abgeschenkt, ehe der eingewechselte Mohammed Hadi nach glänzender Vorarbeit von Ylitalo die Kugel in den Winkel schweißte.

 

Doch wer seine „blau-weißen Pappenheimer“ kennt, der weiß, dass selbst ein 3:0 kein Grund zum gemütlichen Zurücklehnen ist. Auch im benachbarten Stadtteil machte sich der Rasensportverein aufgrund von Unkonzentrierten das sportliche Leben schwer. Die Hahner Zweitabteilung roch Lunte und packte den Doppelschlag binnen weniger Minuten aus. Das schöne Guthaben ging somit über die Wupper und der in Auswärtsspielen öfters handelsübliche „Kreislaufkollaps“ bedrohte wieder alle germanischen Sympathisanten, bis Referee Tufan Sönmez Verständnis für die kritische Lage zeigte und das Derby keine Sekunde zu früh abpfiff.    

 

Aufstellungen:

Jakob, Berres (22 Spieß), Slotos, Gora, Wiebe, Urssu, Schmidt (71. Sinner), Fissel (59. Opper), Beck, Lenzen, Kocadag

L. Schnepper, Muth, Buth, Bianco, Boudouhi, Willenbacher (51. Hadi), Platonow, Ylitalo, Perkovic (80. Geppert), Perchner, Choumbou (84. Siddiqi)

 

Tore:

0:1 Perkovic 23. 0:2 Perchner 40. 0:3 Hadi 66. 1:3 Wiebe 76. 2:3 Slotos 83.

 

Schiedsrichter:

Tufan Sönmez aus Rimbach

 

Gelbe Karten:

Slotos / Perkovic

 

Mit dem eigenen Sieg war der dramatische Nachmittag aber noch nicht ausgestanden. Flugs nach dem Kehraus „im Ho“ stürzte das Team samt den Verantwortlichen und dem Anhang in die Autos oder auf den Drahtesel und jetteten gen „Ewerscht“, um an der dortigen Nußbaumallee das Spitzenspiel Dritter vs. Zweiter zu verfolgen. Zur Halbzeit stand es 2:2 und dieser Score hielt nach einer hitzigen Auseinandersetzung auch bis zum Schlussgong. Somit ließen die Germanen auf dem VfR-Sportplatz die ersten Korken knallen respektive die Hopfen, Malz und Hefe beinhaltenden Kaltgetränke durch die meisterlichen Kehlen fließen. Eine abwechslungsreiche Saison wurde ergo mit dem Abhaken der gewünschten Zielsetzung vorab gekrönt: Meister der Kreisliga B und Comeback in die Kreisliga A. Am kommenden Sonntag dürften im Rahmen der finalen Rundenbegegnung gegen den VfR Eberstadt zünftige  Feierwellen die SGD Arena fluten. Das hat sich jeder Beteiligte in Blau und Weiß auch redlich verdient. „Offizieller“ Anstoß ist um 15Uhr…