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Das Firmament himmelblau, die Seele blau-weiß und der Zustand gen blau: Am letzten Spieltag feierte der RSV Germania 03 nach den vielen sportlichen Enttäuschungen der vergangenen Jahre eine kleine Renaissance. Das 1-B-Team sicherte sich durch ein dramatisches 3:3 gegen den VfR Eberstadt II den Aufstieg in die Kreisliga C und im Anschluss verteidigten die B-Liga-Champions ihren saisonalen Heimnimbus und verwandelten einen schnellen 0:3-Rückstand in ein imposantes 7:4 gegen den VfR Eberstadt.

 

Ab 13Uhr ging die Post in der SGD Arena ab. Die germanische „Zweite“ durfte nach dem unter der Woche in Bessungen erlittenen Ergebnisdämpfer (1:2) gegen den direkten Verfolger VfR Eberstadt II (zwei Punkte weniger) nicht verlieren, um als Tabellenzweiter der Kreisliga D eine Etage nach oben zu klettern. Das „Endspiel“ wogte vor einer stattlichen Kulisse hin und her. Zur Halbzeit führten die Gäste 2:1 und die Aufstiegsfelle schienen davonzuschwimmen. Acht Minuten nach dem Seitenwechsel bugsierte der 2:2-Ausgleich den RSV wieder in die Beförderungsspur. Dieser Score hielt bis in die Nachspielzeit, in der die Germanen mit einem erfolgreich abgeschlossenen Konter alles klar machten. Das 3:3 fiel dann für eine Maximierung der Sorgenfalten zu spät. Der unmittelbar darauf folgende Schlusspfiff katapultierte die Jungs von Ersin Güclüdal in die Kreisliga C. Herzlichen Glückwunsch hierfür an den Trainer, die Mannschaft und das dazu gehörige Umfeld.

 

Eine Woche nach der vollzogenen Meisterschaft sagten dann die Aufstiegsheroen Adios zur Kreisliga B und verabschiedeten ihren Trainer Oliver Schnepper, der die Germania nach zweieinhalbjähriger Tätigkeit verlässt (Nachfolger wird wie berichtet Erik Appel). Der scheidende Coach griff angesichts der sportlichen Wichtigkeitsreduzierung in die Rotationskiste. Vom letztwöchigen 3:2 in Hahn standen nur noch Boudouhi, Platonow, Perkovic, Perchner und Choumbou in der Startelf. Zwischen den Pfosten gab Winterneuzugang Marko Maric das germanische Torhüterdebüt.

 

Seinen Einstand hatte sich der Keeper bestimmt anders vorgestellt, denn nach 24 Minuten musste er bereits dreimal den Ball aus dem eigenen Netz holen. Die Gäste von der Eberstädter Nußbaumallee legten los wie die Feuerwehr und schienen ihren Frust über die in den letzten Wochen verpasste Aufstiegschance an den Germanen auszubaden. Doch der 0:3-Rückstand weckte die Ehre des blau-weißen Platzhirschen, der seine Abschlussvorstellung natürlich nicht mit einer Klatsche ausklingen lassen wollte.

 

Mit einer furiosen Aufholjagd wendeten bis zur Pause Goalgetter Choumbou (Rundentreffer Nummer 31 & 32), Azevedo und Campos Ramm das Blatt und die Welt des Rasensportvereins sah beim Gang in die Kabine wieder rosig aus. Fünfzehn Sekunden nach dem Wiederbeginn (!) konnte der VfR zwar zum 4:4 egalisieren, doch die finalen drei Rundenworte gebührten Michael Azevedo, der einen waschechten Hattrick auf das Trapez zauberte und mit seinen insgesamt vier Einlochungen zum „Man of the Match“ avisierte.

 

Somit retteten die Germanen ihre vorzügliche „Unbesiegbarkeit“ im eigenen Wohnzimmer (vierzehn Siege plus ein Remis) und schraubten die saisonale Einschweißquote auf 120 Treffer. Mehr Tore erzielte eine RSV-Auswahl nur in der Kreisoberligaspielzeit 07/08 (124). Rund ein Viertel davon ging auf das Konto von Chefknipser Michel Choumbou. Der erste Tabellenrang wurde zudem mit 71 eingefahrenen Punkten garniert (am Ende fünf Zähler vor dem Ranglistenzweiten GW Darmstadt).

 

Aufstellungen:

Maric, Saric (72. Ylitalo), Geppert, Röder, Boudouhi, Platonow (26. Campos Ramm), Perkovic, Perchner, Azevedo (53. Muth), Siddiqi (70. Azevedo), Choumbou

Dogramaci, Blium, Redkin, Schitz (70. Geiger), Wypior, Softic, Costanzo, Ngueulie, Hauer, Sander, Rubolino

 

Tore:

O:1 Sander 13. 0:2, 0:3 Redkin 19. FE, 24, 1:3, 2:3 Choumbou 31., 35. 3:3 Azevedo 38. 4:3 Camps Ramm 45. 4:4 Rubolimno 46. 5:4, 6:4, 7:4 Azevedo 52., 84., 88.

 

Schiedsrichter:

Klaus Schneider aus Groß-Gerau

 

Gelbe Karten:

Perchner / Costanzo

 

Nach der Partie wurden die schon die ganze Woche andauernden Feierlichkeiten in feuchtfröhlicher Manier fortgesetzt. Und das vollkommen verdient. Den vielen Rückschlägen der jüngeren Vergangenheit zum Trotz richtet sich der Vereinsdaumen wieder nach oben. Tausend Dank gilt es an alle RSV-Protagonisten zu richten, die auf welche Weise auch immer ihr Scherflein dazu beitrugen, dass durch die erfreuliche Kombination namens Doppelaufstieg der Fahrstuhl wieder in die korrekte Richtung fährt. In diesem Sinne: Eine erholsame Sommerpause bis zum Wiedersehen in den Kreisligen A bzw. C und reichlich Glückauf…