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Mit einer 3:7-Klatsche gegen den FSV Schneppenhausen verabschiedete sich der RSV Germania 03 im Mai 2018 für ein Jahr aus der Kreisliga A. Im Rahmen des Eröffnungsspieltags der Saison 19/20 verlief die Wiedereingliederung an gleicher Stätte weitaus angenehmer. 7:0 lautete der Score beim Abpfiff gegen Hellas Darmstadt. Sowohl das muntere Scheibenschießen als auch die (vor allem in der ersten Hälfte dargebotene) attraktive Spielweise ließ die Fans hochzufrieden nach Hause schlendern.   

 

So was nennt man wohl einen perfekten Rundeneinstand (sowohl für die neue Spielzeit als auch für Trainer Erik Appel bei seinem Pflichtspieldebüt), denn in dieser Deutlichkeit war die germanische Rückkehr auf den Kreisliga A – Rummelplatz kaum zu erwarten. Sicherlich dürfen die „Sieben auf einen Streich“ nicht überbewertet werden. Dafür trat der angereiste Gast einfach zu bieder auf. Doch dass der SV Hellas praktisch in keiner Phase auf Augenhöhe agieren konnte, hatte auch im forschen Offensivdrang und selbstbewussten Engagement des Rasensportvereins seine Ursache. Als „Man of the Match“ durfte sich aufgrund von vier erzielten Toren (darunter ein waschechter Hattrick in der ersten Hälfte) Marc Perchner auszeichnen lassen.   

 

Mit Ausnahme vom das Gehäuse hütenden Übungsleiter stand kein Neuzugang in der Anfangsformation. Paul Prediger saß auf der Bank und Petrus Baldes fehlte erkrankt. Ergo startete prinzipiell die Aufstiegself – allerdings ohne Santo Ylitalo, Paul Platonow, Tim Saric und Kevin Röder, die aus den verschiedensten Gründen passen mussten. Trotz der personellen Kaderdezimierung nahm der blau-weiße Hausherr vom Fleck weg das Zepter in die Hand. Gekickt wurde übrigens auf dem Kunstrasengeläuf, weil am Tag zuvor beim Richten des Hauptplatzes der Rasenmäher einem Flammenmeer zum Opfer fiel.

 

Diese kuriose Begleiterscheinung erwies sich aber nicht als schlechtes Omen. Kompromissloses Forchecking zog dem SV Hellas schnell den Zahn, dem das rigorose Anlaufen keineswegs schmeckte. Bereits in der fünften Minute wackelte das Aluminium, als Dario Banco den Ball nach einer wohl gedachten Flanke ans Lattenkreuz bugsierte. Kurz darauf musste Appel zwar einen Schuss aus dem Winkel fischen, doch dieser Versuch blieb bis zur Schlussperiode, während der der Coach in einer Szene die Resultatskosmetik verhinderte, die einzige Gästechance der gesamten Begegnung.

 

Ansonsten ging es nur in eine Richtung. Marius Kollbacher machte eine zweite germanische Erfahrung mit dem Pfostenklang und Michael Azevedo scheiterte freistehend per Kopfball an Schlussmann Miltos Manthos. Die Führung war längst überfällig. Marc Perchner brach dann endlich den Bann. Nach einem gescheiten Pass in die Schnittstelle schüttelte er drei Gegenspieler wie lästige Fliegen ab und lochte zum 1:0 ein.

 

Dem Knotenlöser folgten weitere dicke RSV-Gelegenheiten, ehe Perchner kurz vor der Pause per Doppelschlag die SGD Arena verzückte und schon vor der Halbzeit jegliche Verbuchungszweifel des saisonalen Premierendreiers beseitigte. Nach dem Wiederbeginn nahm die Germania etwas den Fuß vom Gaspedal, was nach dem beeindruckendem Tempo vor dem Seitenwechsel plus den hohen Temperaturen auch mehr als verständlich war.

 

Dennoch geriet der deutliche Vorsprung nie in Gefahr und als die Hellas-Kräfte peu á peu weiter schwanden, wurden die nächsten Nadelstiche verschickt. Sven Muth vollendete einen Zuckerpass von Azevedo zum 4:0. Kurz darauf erhöhte der Vorarbeiter selbst, nachdem Tsakmakis im Sechzehner Muth über die Klinge springen ließ. Den fälligen Elfer verwandelte Azevedo souverän ins Netz. Perchners vierter Streich nach gelungener Vorleistung des eingewechselten Campos Ramm Doman vervollständigte das halbe Dutzend. Den Schlusspunkt markierte schließlich Sven Muth, indem er einen Defensivpatzer des Ex-Germanen Georgios Ioannidis gnadenlos ausnutzte.

 

Kurz darauf war Schicht im Schacht an der Ostendstraße und das blau-weiße Team durfte unter dem wohlfühlenden Applaus der Zuschauer (darunter auch der frühere 98er-Profi Henrik Eichenauer, in dessen Vita 124 Zweitligapartien und 35 Tore für die Lilien registriert sind) die Stätte ihres Triumphs verlassen. Das lässt sich doch mal gut an, auch wenn wie erwähnt der teilweise überfordert wirkende Gast nicht als Maßstab gelten darf. Nichtsdestotrotz stellt eine 7:0-Ouvertüre für einen Aufsteiger ein Ausrufezeichen dar.

 

Am kommenden Sonntag (11.08.) wird die Aufgabe unabänderlich schwerer, wenn die erste „Auswärtspartie“ auf dem Fahrplan steht. Um 15Uhr tritt die Mannschaft von Erik Appel im Pungschter Süden bei der benachbarten Freie Turngemeinde an. Für die Anfahrt Richtung Dr. Horst-Schmidt-Straße halten sich die Reisespesen zweifellos in Grenzen. Den Derbynachmittag komplettieren die beiden 1-B-Vertretungen, die zuvor ab 13Uhr in einem Duell der Kreisliga C die Klingen kreuzen. Die germanische zweite Mannschaft stieg übrigens heute - ebenfalls als Neuling - mit einem 1:1 gegen GW Darmstadt II ins Punktspielgeschäft ein.

  

Aufstellungen:

Appel, Geppert, Buth, Perkovic, Bianco (82. Prediger), Winkel (59. Ramm Doman), Boudouhi, Kollbacher, Muth, Perchner (82. Siddiqi), Azevedo

Manthos, Navarro (36. Adamopoulos), Falcone, Lang, Minovgidis, Nikopoulos (36. Gebreigzeher), Ioannidis, T. Benzler, A. Benzler (46. Frimfong), Tsakmakis, Zacharias

 

Tore:

1:0, 2:0, 3:0 Perchner 28., 38., 43. 4:0 Muth 65. 5:0 Azevedo 69. FE 6:0 Perchner 78. 7:0 Muth 89.

 

Schiedsrichter:

Thomas Hirschberg aus Wald-Michelbach

 

Gelbe Karten:

Boudouhi / Navarro, Frimfong

 

TV-Aufnahmen vom Spiel

Bilder vom Spiel