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Der RSV Germania 03 zog am Sonntagnachmittag im Spitzenspielrahmen des zehnten Kreisliga A – Spieltags bei Germania Eberstadt knapp den Kürzeren. Nach einem von beiden Seiten abgelieferten Fight auf Biegen und Brechen verlor die Mannschaft von Trainer Erik Appel zum dritten Mal während den vergangenen vier Spielen. Kurioserweise lautete der Score wie bei den beiden vorausgegangenen Resultatsdämpfern erneut 2:3.

 

Derby und tabellarisches Toppduell (die Nummer Zwei empfing den Fünften): Der sportliche Nachbarschaftsvergleich hielt, was er versprach und wurde allen Vorschusslorbeeren gerecht. Das Match hätte mehr Zuschauer verdient gehabt und die wären wohl bei angenehmeren Wetterverhältnissen auch auf den Waldsportplatz gepilgert, aber der Dauerregen lockte halt nicht jedermann vom warmen Ofen hervor. Diejenigen, die das trockene Heim dem nassen Kickgelände vorzogen, verpassten einen packenden Schlagabtausch, in dem die „Pungschter“ Germanen ihrem favorisierten Vornamensvetter aus „Ewerscht“ alles abverlangten. Am Ende triumphierte nach einem rasantem Kampf das Team mit dem adäquateren Durchsetzungsvermögen. Unanhängig davon verdiente sich der trotz eines 0:3-Rückstandes nie die Flinte ins Korn werfende Rasensportverein ein Gesamtlob. Die beiden Anschlusstreffer fielen schließlich zu spät, um im Gepäck für die kurze Rückfahrt Richtung Pfungstädter Gemarkung ein Erfolgserlebnis zu verstauen.

 

Coach Appel veränderte seine Startelf gleich auf drei Positionen. Marius Kollbacher (zurück nach einem Kurzurlaub), Nicklas Buth und Petrus Baldes bereicherten gegenüber dem 2:3 gegen TSG Darmstadt die Anfangsformation. Von Beginn an entwickelte sich eine temporeiche Auseinandersetzung, in der die Gäste durch ihr aggressives Offensivpressing den Hausherr sichtlich beeindruckten. Doch Eberstadt befreite sich relativ schnell aus der Umklammerung und bestrafte gnadenlos zwei aufeinander folgende Abwehrpatzer mit dem 1:0.

 

Seine Effizienz untermauerte der Aufstiegskandidat auch zwanzig Minuten später. Nach einer Ecke rauschte der Ball zunächst an „Freund und Feind“ vorbei, weshalb Simon Perschke den Hammer auspacken konnte und per unhaltbarem Sonntagsschuss das 2:0 erzielte. Diese Entschlossenheit im Abschluss brachte letztendlich den Unterschied an den verregneten Tag. Der RSV spielte meist ansehnlich nach vorne. Allerdings in der Regel nur bis zum Sechzehner, denn dort fand man zu wenige Optionen, um sich gegen die robuste und clevere Gastgeberdefensive durchzuboxen.

 

Ungeachtet des 0:2 versuchte die Germania aus Pfungstadt auch nach dem Seitenwechsel, der Partie eine Wendespritze zu injizieren. Die Ambitionen nötigten selbst den heimischen Fans Respekt ab, doch der Eberstädter Strafraum entpuppte sich weiterhin als unüberwindbare Bastion. Derweil schaltete der Platzhirsch immer, wenn es die Gelegenheit gestattete, blitzschnell um und krönte einen gelungenen Konter zum 3:0.

 

Bis in die Schlussphase arbeite der blau-weiße Gast redlich für eine  Verkürzungsmaßnahme, so dass sich Eberstadt seiner Derbybeute noch nicht sicher sein durfte. Und in der Tat zauberte der Rasensportverein einen rasanten Endspurt auf das nasse Kunstrasengrün. Sven Muth belohnte das Engagement mit dem hochverdienten 1:3, denn ein glattes 0:3 hätte den Spielanteilen auf keinen Fall entsprochen. In der Nachspielzeit sendete der kurz zuvor eingewechselte Hamza Abu Snaineh noch ein Schüsschen ab, das Torwart Nick Wüst durch die Hosenträger flutschte. Dank dieser Keepermithilfe war das „negative Standardergebnis“ der letzten Wochen perfekt, denn unmittelbar darauf stoppte der Kehrauspfiff des Schiedsrichters den für A-Klassenverhältnisse gutklassigen Derbyreigen.

 

Trotz der ersten Saisonauswärtsniederlage konnten alle Pfungstädter Protagonisten den Waldsportplatz mit hoch erhobenem Haupt verlassen. Bei einem bärenstarken Hausherr, der in dieser abgebrühten Verfassung zu den heißesten Beförderungsaspiranten zählt, zogen sich die Schützlinge von Erik Appel bezüglich Moral und Widerstandsfähigkeit überaus resolut aus der Affäre und rangieren immer noch auf der fünften Tabellenstufe. Am nächsten Sonntag muss der RSV erneut auswärts ran. Dann allerdings nicht als Außenseiter, denn beim noch sieglosen Ligaschlusslicht DJK/SSG Darmstadt (Anstoß 15Uhr) wird man zwangsläufig mit der Favoritenbürde ausgestattet. Aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste: Der Müllersteich war für Germanen schon von jeher ein heißes Pflaster (von acht Spielen dort nur eines gewonnen!).         

  

Aufstellungen:

Wüst, Riedel, Meininger, Staudt, Perschke, Sander, Yilmaz (46. Velhagen), Christians (90. Buballa), Mangold, Sander, Ganschinietz (53. Neziraj), Ottenbacher

Appel, Geppert, Butt, Ramm Doman, Boudouhi, Prediger (46. Platonow), Ylitalo (84. Abu Snaineh), Kollbacher, Muth, Azevedo, Baldes

 

Tore:

1:0, 2:0 Perschke 13., 33. 3:0 Christians 68. 3:1 Muth 89. 3:2 Abu Snaineh 90. + 3  

 

Gelbe Karten:

Ottenbacher, Staudt, Sander / Ylitalo, Geppert

 

Besonderes:

Gelb-Rot Neziraj (Eberstadt) 90.

 

Bilder vom Spiel