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Der RSV Germania 03 vergeigte am Sonntagnachmittag zum dritten Mal hintereinander eine „Fifty-Fifty“ – Heimaufgabe. Nach einer kampfbetonten Auseinandersetzung zwischen den Nummern Vier und Fünf des A-Liga – Klassements verbuchte Viktoria Griesheim II das bessere Ende und setzte sich in der SGD Arena mit 3:1 durch.

 

Aufgrund von zwei unterschiedlichen Halbzeiten hätte ein Remis dem Matchverlauf wohl eher entsprochen. Aber wie schon in den Heimpartien zuvor gegen Erzhausen und die 46er fehlten dem Rasensportverein Nuancen für ein Erfolgserlebnis. In der ersten Hälfte dominierte die spielstarke Zweitabteilung des Hessenligisten. Sven Muth katapultierte mit seiner Anschlussbude unmittelbar vor dem Seitenwechsel die Hoffnung zurück an die Ostendstraße und im von zwei Platzverweisen garnierten zweiten Abschnitt versuchten die Germanen mit viel Biss und Engagement, wenigstens ein Pünktchen zu ergattern, ehe der Sportclub in der letzten Nachspielzeitminute den Deckel auf seinen Auswärtssieg montierte.

 

Gleich vier Personalveränderungen nahm Trainer Erik Appel gegenüber dem letztwöchigen Husarenritt am Müllersteich (7:5 nach 1:4) vor. Er selbst hütete nach auskurierter Erkrankung wieder den Kasten und nominierte zudem Petrus Baldes, Tim Saric und Dario Bianco für die Startelf. Das Derby gegen den Nachbarn vom Hegelsberg währte knapp vier Minuten, als ein früher Gegentorschock den germanischen Anfangselan ausbremste. Edis Skaljic fand mit seinem präzisen Schuss ins lange Eck exakt die Lücke zwischen Appels Handschuhen und dem Pfosten.

 

Diese Blitzbude spielte den Gästen in die Karten. Der mit Vereinsurgestein Pascal Stork vom Hessenligakader (wirkte am Samstag über die komplette Distanz bei der 0:6-Klatsche im Kasseler Auestadion mit) angetretene SCV II spulte seine Mixtur aus technischer Fähigkeit plus körperlicher Robustheit ab und legte in der 24. Minute nach. Ex-Germane Heinrich Ludwig (21 Einsätze für den RSV in der letzten Gruppenligasaison 13/14) scheiterte zunächst an Appel, stocherte aber den Abpraller über die Linie.

 

Auf der anderen Seite verpufften die heimischen Abschlussbemühungen. Erst während der finalen Viertelstunde vor der Pause loderte es im gegnerischen Sechzehner. Die Freistoßvarianten von Ylitalo und Kollbacher verfehlten haarscharf das Ziel oder wurden eine Beute des Goalies, während Sven Muth den Ball vertändelte, als er alleine auf Keeper Jan Gebhardt zusteuerte. Sekunden vor dem Halbzeitgong machte es Muth besser, hob nach einem perfekten Kollbacher-Steilpass die Kugel ins Netz und belohnte den Zwischenspurt des Rasensportvereins mit dem Zuversichtscomeback.

 

Coach Appel reagierte auf die enttäuschende erste halbe Stunde und schickte zur Ouvertüre des zweiten Durchgangs gleich drei frische Kräfte auf das Grün. Nun änderten sich rapide die Kräfteverhältnisse und die Germania drückte kräftig auf das Gaspedal. Kollbacher und zweimal Azevedo hatten den Ausgleich auf dem Schlappen, doch Glücksgöttin Fortuna verweigerte dem Hausherr unbarmherzig ihre Gunst.

 

Rund zwanzig Minuten vor dem Kehraus schluckte er RSV eine weitere bitte Pille. Tim Saric sah als „letzter Mann“ nach einer Notbremse den glattroten Karton (germanische Debüthinausstellung der laufenden Runde). Die numerische Unterzahl wurde allerdings vor dem Auftakt der absoluten Schlussperiode kompensiert, weil Dominic Jacobi etwas zu früh das Zeitspielmittel anwendete und mit der Ampelkarte bedacht ebenfalls zum Zuschauen verurteilt wurde.

 

Mit Zehn gegen Zehn setzte der Gastgeber noch einmal alles auf eine Karte, während der Sportclub abriegelte und für eine Belagerungsbefreiung den Ball sogar mehrfach unorthodox auf die Brotweberbaustelle oder Richtung B3 drosch. Ein von Azevedo abgesendeter Freistoß, dessen Flugbahn der harte Schädel von Stork entscheidend ablenkte, und ein haarscharf am Ziel vorbei huschender Ylitalo-Schuss entpuppten sich als letzte Chancen für eine Egalisierung, die inzwischen verdient gewesen wäre. Aber weil Konjunktive im Fußballgeschäft lediglich als verbales Accessoir dienen, machte Griesheim bei einem Konter Nägel mit Köpfen und rechtfertigte seinen Vereinsvornamen (Viktoria personifiziert laut Legende den Sieg).

 

Aufgrund des erneuten Heimrückschlags (alle drei Niederlagen zu Hause von drei Gegentoren überschattet) musste der RSV Rang Vier an den SCV abtreten und residiert jetzt auf der fünften Position. Am nächsten Sonntag (27.10.) tritt das Team von Erik Appel wiederum gegen einen Tabellennachbarn an und gastiert hierfür beim zwei Punkte weniger aufweisenden Kreisoberligaabsteiger SG Modau (Kick-off 15Uhr).     

   

Aufstellungen:

Appel, Geppert (46. Perkovic), Saric, Bianco (46. Abu Snaineh), Ramm Doman, Boudouhi, Platonow, Ylitalo, Kollbacher, Muth (46. Azevedo), Baldes (75. Muth)

Gebhardt, Da Silva, Jacobi, Petrone, Lunetto (59. Steinmetz), Bajus, Karras, Skaljic (55. Alikotsis), Stork, Geske, Ludwig (72. Lo Vasco)

 

Tore:

0:1 Skaljic 4. 0:2 Ludwig 24. 1:2 Muth 45. 1:3 Alikotsis 90. + 4

 

Schiedsrichter:

Florian Tesch aus Groß-Zimmern

 

Gelbe Karten:

Boudouhi, Abu Snaineh, Perkovic / Gebhardt, Jacobi, Petrone

 

Besonderes: Rot Saric (RSV) 68; Gelb-Rot Jacobi (SCV) 79.

 

TV-Highlights vom Spiel

 

Die germanische Ehre am Sonntagnachmittag „rettete“ die blau-weiße 1-B-Auswahl. Und wie: Mit einer sensationellen Performance wies der RSV II im Derby der Kreisliga C den als Spitzenteam über den Autobahnbuckel angerollten TSV Eschollbrücken in die Schranken und triumphierte mit sage und schreibe 7:0. Dem kurz vor Schluss schwer verletzten und mit Verdacht auf Kreuzbandriss ins Krankenhaus transportierten Gästespieler wünschen wir auf diesem Wege noch einmal eine schnelle Genesung und einen reibungslosen Heilungsverlauf. 

 

TV-Highlights vom Spiel