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Das war beste Werbung für den Kreisliga A – Fußball. In einer vom Anpfiff bis zur letzten Nachspielsekunde gleichsam umkämpften wie temporeichen Partie trennte sich der RSV Germania 03 am Sonntagnachmittag vom SV St. Stephan 2:2 und knüpfte nach zuletzt zwei Niederlagen bzw. drei Heimpleiten dem Aufstiegsanwärter ein hochverdientes Unentschieden ab.

 

Aufgrund einer rundum überzeugenden ersten Hälfte hätte der Rasensportverein sogar als Sieger vom Kunstrasenplatz an der Ostendstraße schlendern können. Nach einem schnellen Rückstand drehten Paul Predigers Kopfballvollstreckung und der „Geniestreich“ von Michael Azevedo bis zum Seitenwechsel das rasante Spiel, ehe die Gäste aus dem Griesheimer Stadtteil im zweiten Abschnitt ihre Scheuklappen ablegten und zum Ausgleich kamen. In der letzten halben Stunde fighteten beide Seiten verbissen um den Lucky Punch, doch der ließ sich weder von hüben noch von drüben aus seinem Versteck locken, so dass es beim letztendlich gerechten 2:2 blieb.

 

Coach Erik Appel nahm nach dem enttäuschenden Auswärtsausftritt vor Wochenfrist in Modau (0:3) nur eine personelle Startelfveränderung vor. Für Paul Platonow rückte Hamza Abu Snaineh in die Anfangsformation. Die germanische Mannschaft schwor sich vor dem Kick-off ein, um den heimischen Fans endlich mal wieder ein ergebnistechnisches Positiverlebnis zu präsentieren und dem „angereisten“ Favoriten ein Bein zu stellen. Hier wie da war stand eine Rückkehr in die Erfolgsspur auf der Agenda, denn sowohl RSV als auch SVS gingen in den vergangenen zwei Ligabegegnungen komplett leer aus.

 

Das Match begann mit einer extrem kalten Dusche für den Hausherren. Gerade einmal sechs absolvierte Minuten zeigte die Uhr an, als nach einem von der Mittellinie abgesendeten St. Stephaner Freistoß Francisco Lombardi mutterseelenallein vor Appel auftauchte und zum 0:1 einköpfen durfte. Überraschenderweise inspirierte diese Blitzbude den germanischen Ehrgeiz weitaus mehr, während sich der Kreisoberligaabsteiger mehr oder weniger auf seinen früh erzielten Lorbeeren ausruhte.

 

Eine Angriffslawine nach der anderen rollte jetzt Richtung Gästekasten. Durch offensives Pressing und enormen Zweikampfeinsatz kaufte die Germania ihrem Kontrahenten den Schneid ab und war nun eindeutig Chef im eigenen Ring. Paul Prediger belohnte die Druckperiode nach einer guten halben Stunde, indem er die Kugel in Folge eines bekannt   gefährlichen Kollbacher-Eckstoßes per Kopf in den Maschen versenkte.

 

Der RSV setzte dank dem befreienden 1:1 konsequent nach und während den Sequenzen vor Kehraus des ersten Durchgangs lag die eigene Führung mehrfach in der Luft. Das 2:1 resultierte schließlich aus einer typischen Balleroberung von Kollbacher und dem anschließenden Geistesblitz Azevedos. Aus dem Augenwinkel erspähte der blau-weiße Stürmer, dass SVS-Keeper Viviano Generoso sich etwas zu weit vor seinem Gehäuse die Zeit vertrieb. Daraufhin nahm Azevedo Maß und zauberte aus über dreißig Metern die Pille über den verdutzten Goalie in den Giebel.

 

Nach dem Wiederbeginn veränderten sich dann die Kräfteverhältnisse. St. Stephan arbeitete nun produktiv an der Gegenwehr und wandte jetzt prinzipiell das „Germanen-Konzept“ des aggressiven Forcheckings an. Plötzlich war der RSV auf harte Abwehrarbeit beschränkt, zumal die Entlastungangriffe immer seltener einen Empfänger fanden. Fast schon logische Folge dieser umgewandelten Spielanteile war das 2:2, weil der SVS die beim 1:1 praktizierte germanische Vorgehensweise perfekt kopierte (Ecke – Kopfball – Tor).

 

Nun sprachen die tendenziellen Vorzeichen eher pro Gast, doch das Team von Erik Appel ließ sich im weiteren Verlauf nicht ins Bockshorn jagen. In imponierender Art und Weise befreiten sich die Germanen wieder peu á peu aus der Umklammerung und fahndeten ihrerseits nach einem Happyend, das in der hochdramtischen Schlussphase mehrfach möglich gewesen wäre. Weil sich auch St. Stephan mit dem Remis nicht zufrieden gab, besiegelte erst der finale Gong die Manifestation des gerechten Scores in einem für A-Klassen-Verhältnisse unbestritten gutklassigen Duell.

 

Mit dem Punkt kann der Rasensportverein sicherlich etwas besser leben (erster Kontoeintrag im eigenen Wohnzimmer nach zuvor drei Heimniederlagen plus Stabilisierung des Rankings im sogenannten Tabellenmittelfeld) als der SVS, der weiteren Boden auf das Führungstandem Eberstadt/Erzhausen preisgeben musste. Am kommenden Sonntag schließt die Germania bereits eine turbulente Comebackvorrunde ab. Die letzte Prüfung der ersten Saisonhalbserie führt die Mannen von Erik Appel an den „Dürren Kopf“ nach Griesheim zum SV Croatia. Welche hohe Hürde dort aufgestellt ist, unterstreicht nachhaltig die Tatsache, dass der kroatische Platzhirsch als einzige Kreisliga A – Auswahl zu Hause noch nicht verloren hat!! (Anstoß 14Uhr30).       

 

Aufstellungen:

Appel, Geppert, Buth, Prediger (58. Bianco), Ramm Doman, Boudouhi, Abu Snaineh, Ylitalo, Kollbacher, Muth (63. Platonow), Azevedo (66. Baldes)

Generoso. Gamperl, Rogler, Gebhardt (56. Prce), Basel, Wobiwo Fowe, Spitzl, Schmitt (35. Schläfer), Braun, O´Neal. Lombardi

 

Tore:

0:1 Lombardi 6. 1:1 Prediger 28. 2:1 Azevedo 44. 2:2 O´Neal 61.

 

Schiedsrichter:

Franz-Josef Zirfas aus Flörsheim

 

Gelbe Karten:

Boudouhi, Ylitalo, Baldes / Spitzl, Prce, Lombardi

 

TV-Highlights vom Spiel