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So was nennt man wohl einen perfekten Vorrundenabschluss. Als erste Mannschaft der laufenden Saison eroberte das Team von Erik Appel den „Dürren Kopf“ von Croatia Griesheim und krönte die Comebackhalbserie in der Kreisliga A mit einem souveränen 4:0-Erfolg.

 

Auf dem gleichsam kultigen wie gefürchteten Sportgelände in der benachbarten Zwiebelstadt hatten sich im Laufe der bisherigen Spielzeit alle Gastvereine die Zähne ausgebissen und höchstens ein Unentschieden erbeutet. Diesen kroatischen Heimlauf stoppte der Rasensportverein in einer unerwartet deutlichen Resultatsversion, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Germanen verteilten ihre Nadelstiche so optimal, dass den Hausherren wenig bis gar kein Raum für Antwortmöglichkeiten zur Verfügung stand. Beim Kehraus durfte sich der harte Kern des blau-weißen Anhangs nicht nur über den Genuss der kulinarischen Angebote am „Dürren Kopf“ freuen (natürlich kroatische Spezialitäten wie wärmender Sliwowitz oder mundende Cevapcici), sondern auch über den Gewinn von drei Punkten, der die kleine Durststrecke von zuvor drei sieglosen Partien ad acta legte.

 

Coach Appel vertraute in Griesheim exakt der gleichen Startelf, die in der Vorwoche eine überzeugende Leistung gegen den SV St. Stephan ablieferte. Bereits in der siebten Minute konnten die Zuschauer erahnen, wohin der Ergebnishase am kühlen ersten Novembersonntag läuft. Santo Ylitalo schickte mustergültig Sven Muth auf die Reise. Der effektivste RSV-Saisontorschütze scheiterte zwar im ersten Versuch am Croatia-Keeper, versenkte aber im zweiten Anlauf den Ball kompromisslos ins kurze Eck.

 

In Folge der schnellen Führung reduzierten die Germanen zunächst einmal ihr Forchecking. Der Platzhirsch übernahm das Zepter – allerdings ohne den Kasten von Erik Appel ernsthaft in die Bredouille zu bringen. Schnell hatte der RSV jedoch die Faxen dick vom Zurückhaltungskonzept und fuhr einige gefährliche Konter. Azevedo roch nach einer Hereingabe von Dirk Prediger vehement am 2:0, als seine Direktabnahme statt ins Netz gegen die Torhüterbrust klatschte.

 

Kurz darauf wurde Muth im gegnerischen Sechzehner gleich von mehreren Abwehrspielern in die Zange genommen. Der Schiedsrichter deutete regelkonform auf den Punkt. Ylitalo übernahm die Veranwortung und verwandelte den Elfer mit finnischer Abgeklärtheit zum Vorsprungausbau. Das Zweitoreguthaben wackelte im direkten Gegenzug, als die RSV-Abwehr einmal kurz nicht im Bilde war und Robert Rotaro die Pille gegen die Latte köpfte. Diese Szene hatte allerdings den Wert einer Eintagesfliege, denn solch eine gute Chance bot sich dem Gastgeber während der restlichen Matchdauer nicht mehr.

 

Alle zur Pause vorgenommen kroatischen Planziele, die drohende Premierenheimpleite noch abzuwenden, wurden sechs Minuten nach dem Wiederanstoß vom eigenen Goalmann ausgebremst. Nach einem Steilpass von Ylitalo schlug der Torwart bei seiner Rettungsabsicht   auf dem holprigen Geläuf ein Luftloch. Für diesen Fauxpas bedankte sich der zur zweiten Hälfte eingewechselte Petrus Baldes und schob die Kugel trotz fehlender Anzeige auf der Schwierigkeitsskala seelenruhig ins verwaiste Gehäuse.

 

Nach dem 0:3 erhitzten zeitweilig die emotionalen Croatia-Gemüter und der Referee musste einige Rudelbildungen unterbinden. Die Germania ließ sich davon nicht aus Bahn werfen und legte sogar noch ihre vierte Bude nach. Erneut gab der Schlussmann ein unglückliches Bild ab, weil er einen stramm geschossenen Freistoß von Baldes nach vorne abprallen ließ. Diesmal sagte Azevedo Merci bzw. Gracias und staubte zum Endstand ab.

 

Dass die beiden einzig verwarnten RSV-Protagonisten Geppert und Ylitalo in der Schlussphase noch jeweils mit der Ampelkarte bedacht vorzeitig das Feld räumen mussten (über diese Entscheidungen konnte man sicherlich geteilter Meinung sein), zog keine Konsequenzen mehr nach sich. Auch mit nur acht Feldakteuren hielt der Rasensportverein „die Null“ und freute sich kurz darauf über die hochverdiente Errungenschaft des siebten Saisonsiegs.  

 

Apropos Sieben: Diese 24 Zähler beinhaltende Tabellenpositionierung steht nach dem Vorrundenshowdown in der Bilanz und ist zweifellos ein äußerst repektables Zwischenzeugnis. Am nächsten Sonntag (17.11.) beginnt bereits die zweite Halbserie. Hierfür muss das Team von Erik Appel beim Ranglistenvorletzten Hellas Darmstadt mit der Favoritenrolle leben, zumal das Hinspiel bzw. der Saisoneinstieg mit einem 7:0-Paukenschlag  endete. Ungeachtet dessen sollte die berühmt-berüchtigte leichte Schulter nicht zur Geltung kommen. Was eine Unterschätzung bewirken kann, hat die erste Hälfte vor einem Monat am Müllersteich gnadenlos zur Schau gestellt. Kick-off am Woog ist um 14Uhr45.    

 

Aufstellungen:

Croatia: Mikuljevic, Altuna, Fabrizio, Blazevic, Mulac, Ulusow, Bikic, Binkiewicz, Rotaru, Smajovic, Pupic

RSV: Appel, Geppert, Buth, Prediger (55. Platonow), Ramm Doman (46. Bianco), Boudouhi, Abu Snaineh, Ylitalo, Kollbacher, Muth, Azevedo (46. Baldes)

 

Tore:

0:1 Muth 7. 0:2 Ylitalo 28. FE 0:3 Baldes 50. 0:4 Azevedo 81.

 

Schiedsrichter:

Klaus Schäfer aus Fürth

 

Gelbe Karten:

Mulac, Bikic

 

Besonderes:

Gelb-Rot Geppert 82. & Ylitalo 87. (beide RSV)

 

Das 2:0 am "Dürren Kopf" durch einen unhaltbar verwandelten Strafstoß von Santeri Ylitalo

 

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